Eisberg im Taufbecken

Ob nun an Bord der Titanic im Moment des Untergangs „Näher mein Gott zu dir“ gespielt wurde oder nicht: Die zuvor als unsinkbar geltende Titanic gehört sicher zu den berühmtesten Opfern einer Schiffskollision mit einem Eisberg. Der Grund dafür war eine unglückliche Verkettung von Umständen und Ereignissen und sicher nicht die Tatsache, dass die Titanic nie eine Schiffstaufe erlebt hat. Denn eine Taufe ist selbstverständlich mehr als die Zueignung eines Namens und eines möglichst gütigen Schicksals. Was aber macht dann ein Eisberg im Taufwasser der Auferstehungskirche? Weiterlesen

Zwölf Wochen Waffeln

12 Wochen Winter-Spielplatz

Ein Sonntagnachmittag im Winter kann schon mal lang werden, so der Hintergedanke bei der Einrichtung unseres Winterspielplatzes für Kinder von 2 bis 6 Jahren. 12 Wochen lang haben wir daher nach dem Gottesdienst die Stühle beiseite geräumt, Krabbeltunnel und Bällchenbad aufgebaut, Waffeln gebacken und die Kinder erwartet, die da kommen sollten. Weiterlesen

Auf Sendung

sind im Augenblick nicht nur der twitternde us-amerikanische Präsident oder die für die Erdogan-Variante eines Ermächtigungsgesetzes werbenden türkischen Regierungsvertreter, auf Sendung sind, so kommt es einem vor, jeder und jede:
Kurznachrichten, Mails, Fotos und Posts auf Facebook und anderen sozialen Medien, Videos auf YouTube oder die schlichte Nutzung von Smartphones und Computern samt unbeabsichtigt erzeugter und übertragener Anwenderprofile.

So nutzen ja auch wir als Kirchengemeinde diese „modernen“ Medien, die bereits in hohem Maße unsere Wahrnehmung von der Welt in der wir leben prägen und diese Welt mit gestalten. Sie deuten und schaffen Bedeutung, bewerten alles und jeden, verhandeln Sinn und Sinne in nie gekannter Weise, sind stets präsent und doch zugleich abwesend.
Höchste Zeit, dass wir uns damit auseinandersetzen, Weiterlesen

Bing Bing Bing

„Und es sind nicht 140 Zeichen, es sind jetzt 140, 280 – ich kann bing, bing, bing machen und mache einfach weiter, und sie veröffentlichen es, sobald ich es twittere“ beschwört Donald Trump im Interview mit der BILD die Macht der Zeichen. Statt Fragen zu beantworten Behauptungen und Wertungen in die Welt zu „bingen“, um sich mit jeden Bing aufs Neue der eigenen Bedeutung zu vergewissern, markiert für viele Bewunderer nicht nur die Quelle von Wahr- und Weisheit gegenüber den angeblich manipulativen Behauptungen einer so genannten Lügenpresse, sondern scheinbar auch einen neuen Politikstil. Doch so neu ist die Verbindung von Entscheidungsmacht und Zeichendeutung gar nicht. Weiterlesen

Rauchende Ruinen

20 Monate lang sind wir montags zur Haltestelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie vor dem Real in Eving zusammengekommen, um dort zu beten, zu singen, Gedanken auszutauschen und Zeichen zu setzen. Aktuell haben wir das politische Abendgebet ja ausgesetzt, doch der Beginn des Jahres 2017 scheint trotz der Minusgrade erneut nach einer Halte-Stelle zu verlangen. Weiterlesen

Das Ende des Advents

Wann genau endet eigentlich der Advent?

Mit dem Heiligen Abend, der Christvesper – oder doch erst mit der Bescherung? Weil dann das Warten ein Ende und das Christkind seine Pflicht erfüllt hat? Das Christkind hat’s echt gebracht, dieses Jahr… Weiterlesen

Ein prophetisches Wort

Im November begleitete uns die Licht-Installation von Hilke Greif durch die dunkler werdenden Tage und Stimmungen.
Der Monatsspruch aus dem 2. Petrusbrief verwies uns jedoch auf ein aufgehendes Licht, welches schon in den Worten der Propheten als Ansage herrschender und kommender Verhältnisse Trost und Klarheit bringen soll. Seine volle Wirkung sollte dies jedoch erst am 1. Advent entfalten, in dem Moment, wo eine Kippstelle erreicht ist, in der die Worte, die in dunkle Zeiten hineingesagt und eingeschrieben sind, von offenen Händen aufgefangen und getragen werden, Händen, in denen das Stroh bereits auf das Kind in der Krippe verweist. Weiterlesen