Zum Dritten: Globaler Klimastreiktag

An alle Religionsgemeinschaften in Dortmund.

Ein Aufruf von Fridays For Future

Die Folgen der Klimakatastrophe betreffen uns alle, egal welchem Glauben wir angehören, welche Hautfarbe wir haben, oder welchem Staat wir uns zugehörig fühlen.
Wir Jugendlichen streiken in Dortmund jetzt seit Mitte Januar.
Zwei internationale Großstreiks, 33 freitägliche Streiks, hunderte Stunden an Arbeit und zehntausende junge Menschen, die auf die Straße gegangen sind, liegen hinter uns. Fridays For Future hat es geschafft das Thema “Klima” auf die politische Tagesordnung zu setzen.
Trotzdem können wir keinen ernsthaften Sinneswandel und ein dementsprechendes sofortiges Handeln in der Politik erkennen. Für uns steht es außer Frage, dass wir weiter streiken und weiter Druck machen werden, bis im ausreichenden Maß gehandelt wird. Doch wir  können diesen Kampf nicht alleine gewinnen!
Deswegen fragen wir Sie: Werden Sie uns unterstützen?
Die internationale Fridays for Future Bewegung ruft für den 20.09. zum dritten globalen Klimastreik auf. Wir als Fridays for Future Dortmund fordern alle Menschen auf, sich an diesem Tag dem Protest  um 12 Uhr auf dem Friedensplatz anzuschließen und gemeinsam ein starkes Signal für konsequenten Klimaschutz und eine sofortige Kurskorrektur der Klimapolitik auszusenden. Deshalb wollen wir mit einer breiten Bewegung aller  Generationen, unabhängig von sozialer, ökonomischer und religiöser Herkunft, Alter, Gender und Bildung ein Zeichen setzen und  für eine lebenswerte  Zukunft protestieren. Wir würden uns freuen, wenn  auch Sie Ihre Gemeinden dazu aufrufen, sich dem internationalen Klimastreik anzuschließen und mit uns auf die Straße zu gehen.

Ich möchte Grönland nicht kaufen, bitte

Nein, ich möchte Grönland nicht kaufen,
nicht einmal Bornholm,
unser Urlaubsziel.
Das ist auch eine Insel,
wenn auch nicht so groß wie Grönland.
Dafür aber wärmer.

Und sehr schön:
Abwechslungsreiche Natur,
wunderschöner Strand und Felsküsten,
viel Wald und rapsgelbe Felder,
ein geheimnisvoller Magnetberg;
Geschichte und Kultur,
Burg und Rundkirchen,
schöne Städtchen, Kunsthandwerk,
leckeres Essen.
Wunderbare Ressourcen
um wieder Energie zu schöpfen,
für Ausgeglichenheit und Erholung.

Wir haben unsere Reise auch nicht abgesagt,
weil niemand mit uns über den Verkauf von Bornholm sprechen will,
… oder Grönland.
Aber wir sind ja auch nicht
“der Auserwählte”, das “wirklich stabile Genie”.
Ob der nicht vielleicht Großbritannien kaufen will?
Ist schließlich auch eine Insel.

Nein, ich möchte auch nicht
“die ganze, vollständige oder komplette Macht”.
Weder in Italien noch auf Bornholm oder sonstwo,
Grönland zum Beispiel.
Aber ich lege ja auch keinen Wert aufs Schaulaufen am Strand,
und trage auch kein Kruzifix zum öffentlichen Rumknutschen
auf der nackten Brust.

Ich finde es ehrlicherweise auch eher blöd, denen,
die ich gerade erst als Versager bezeichnet
und denen ich das Vertrauen verweigert habe,
zu erklären,
wir könnten doch gut und gerne so weitermachen wie bisher.
Wenn’s denn nichts wird
mit der ganzen Macht…

Die halbe Macht wäre schon zuviel “des Guten”,
für alle die, die heute
zu regieren vorgeben,
Demonstranten für Demokratie verhaften oder verprügeln lassen,
falsche Versprechungen machen,
Flüchtlinge ertrinken lassen,
… oder Grönland kaufen wollen.

Wie aber ist es mit Dir, Gott,
Du Allmächtiger,
vollkommener Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit?
Dir gehört schon die Macht,
und Grönland auch,
wenn auch nicht per Grundbucheintrag.

Doch hältst Du nicht daran fest,
wie an einer frisch geklauten Handtasche,
wie an einem Besitz.
Dein Auserwählter kommt zu uns als Mensch unter Menschen.
um uns allen zu dienen:
mit Versöhnung und Gerechtigkeit,
mit Weisheit und Liebe.
Er begibt sich sogar in die Hände der Mächtigen,
und sie tun ihm Gewalt an.
Sie lassen ihn ertrinken,
wollen ihm die Liebe aus dem Leib prügeln,
sperren ihn ein,
verurteilen ihn in Schauprozessen,
bezeichnen ihn als Lügner,
sehen in ihm eine Gefahr für die etablierte Kultur,
foltern ihn zu Tode.
Du aber Gott, stellst dich an seine Seite:
Vor ihm sollen alle sich verbeugen,
das ist Dein Urteil:
Ihm sollen alle folgen,
und seinem Beispiel,
im Himmel und auf Erden.
Selbst auf kleinen und großen Inseln.

(k)eine Chance für Paulus

Malta, um das Jahr 60
15 Und da das Schiff ergriffen wurde und nicht mehr gegen den Wind gerichtet werden konnte, gaben wir auf und ließen uns treiben….
Wir waren aber alle zusammen im Schiff zweihundertsechsundsiebzig Seelen.
38 Und nachdem sie satt geworden waren, erleichterten sie das Schiff und warfen das Getreide in das Meer.
39 Als es aber Tag wurde, kannten sie das Land nicht; einer Bucht aber wurden sie gewahr, die hatte ein flaches Ufer. Dahin wollten sie das Schiff treiben lassen, wenn es möglich wäre.
40 Und sie hieben die Anker ab und ließen sie im Meer, banden die Taue der Steuerruder los, richteten das Segel nach dem Wind und hielten auf das Ufer zu.
41 Und als sie auf eine Sandbank gerieten, ließen sie das Schiff auflaufen und das Vorderschiff bohrte sich ein und saß fest, aber das Hinterschiff zerbrach unter der Gewalt der Wellen.
42 Die Soldaten aber hatten vor, die Gefangenen zu töten, damit niemand fortschwimmen und entfliehen könne.
43 Aber der Hauptmann wollte Paulus am Leben erhalten und wehrte ihrem Vorhaben und ließ, die da schwimmen konnten, als Erste ins Meer springen und sich ans Land retten,
44 die andern aber einige auf Brettern, einige auf dem, was noch vom Schiff da war. Und so geschah es, dass sie alle gerettet ans Land kamen.
Und als wir gerettet waren, erfuhren wir, dass die Insel Malta hieß.
Die Leute da erwiesen uns nicht geringe Freundlichkeit, zündeten ein Feuer an und nahmen uns alle auf wegen des Regens, der über uns gekommen war, und wegen der Kälte.
Aus Apostelgeschichte 27 und 28
und Malta 2019?

Ich glaube in der Zwischenzeit

Und in der Zwischenzeit?

Ich glaube,
dass wir neue Wege brauchen
die zueinander führen, die weiterführen,

Ich glaube,
dafür sind wir Menschen des neuen Weges gefordert,
der Jesus Christus heißt,
weil dieser Weg zum Leben führt und das Leben trägt,
weil dieser Weg uns Menschen radikal entzaubert,
uns aber zugleich befreit und zurechtrückt.

Ich glaube,
dass diese Welt,
unsere Gesellschaft und unsere Stadt,
Christinnen und Christen braucht,
die durch viel Not gelernt haben,
einander zu vertrauen und zu helfen,
zur Ehre Gottes und zum Wohl dieser Welt,
deren Klima nicht nur durch unsere Industrie und deren Produkte vergiftet wird. 

Ich glaube,
dass der Mensch über seine Verhältnisse lebt,
dass wir uns nicht mit uns selbst zufrieden geben dürfen,
dass wir die Gnade Gottes, die Liebe Jesu Christi
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes brauchen,
damit diese Welt verwandelt wird.

Wenn wir also beten: Herr, erbarme Dich!
Dann meinen wir,
dass wir Gott um seine Kreativität, seine guten Ideen,
seine Weitsicht und seinen Schutz bitten,
weil wir selbst es wagen wollen, etwas zu tun und zu verändern.
weil wir nicht aufgeben, selbst noch mit kleinsten Kräften,
einander zu stützen und für die Schwachen einzutreten.

Vorgestern, gestern heute, …

Vorgestern
um Mitternacht, vor 70 Jahren,
trat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft
Kein Datum für bloße Erinnerung,
sondern Grundlage für die politische Existenz eines Landes,
dessen Unrechtsregime zuvor ganz Europa in Tod und Vernichtung gestürzt hat,
die eigene Bevölkerung jüdischen Glaubens sowie Juden in ganz Europa
entrechtet, enteignet, verschleppt und ermordet hat,
das Lebensrecht missachtet und verachtet hat.

Das Grundgesetz hat sich dem entgegen gestellt,
es garantiert Freiheiten, für die auch Baptisten von Anbeginn eingetreten sind.

Gestern
haben die Anhänger des Unrechts und der Menschenverachtung
erneut in Dortmund demonstriert:
Sie feiern das Grundgesetz nicht, haben sie gesagt.
Das verstehe ich,
denn das Grundgesetz steht ihren eigenen Überzeugungen
– von Werten möchte ich nicht reden –
entgegen,
nach denen sie Gewalt verherrlichen, gegen Juden hetzen,
alle Bemühungen um ein gelingendes Miteinander verachten und zerstören.
Sie machen eine notorische Leugnerin des Massenmordes,
die damit ihre Verachtung gegen die Opfer und deren Angehörige zum Ausdruck bringt,
zur Spitzenkandidatin ihres politischen Schaufensters.

Wir können uns ihnen nur entgegen stellen.

Heute
haben wir die Wahl,
eine Europa-Wahl,
um eine Stimme auf 41 Parteien zu verteilen.
Ein Projekt des Friedens und der Verständigung,
das heute gefordert ist wie seit den Anfängen nicht mehr.
Das Beklagen von ferner Bevormundung,
wie die Nationalisten es nennen,
hat Methode und nur ein Ziel:
Nicht, etwas zu verbessern, sondern zurückzukehren in die Machtversessenheit,
die – wir wir in Österreich sehen – für persönliche Macht
auch ihr Land verrät und verkauft.

Mehr also noch als die eine Stimme
ist unsere Stimme gefordert, die nicht verstummen soll.

Vorgestern, gestern, heute.
Und morgen?