(k)eine Chance für Paulus

Malta, um das Jahr 60
15 Und da das Schiff ergriffen wurde und nicht mehr gegen den Wind gerichtet werden konnte, gaben wir auf und ließen uns treiben….
Wir waren aber alle zusammen im Schiff zweihundertsechsundsiebzig Seelen.
38 Und nachdem sie satt geworden waren, erleichterten sie das Schiff und warfen das Getreide in das Meer.
39 Als es aber Tag wurde, kannten sie das Land nicht; einer Bucht aber wurden sie gewahr, die hatte ein flaches Ufer. Dahin wollten sie das Schiff treiben lassen, wenn es möglich wäre.
40 Und sie hieben die Anker ab und ließen sie im Meer, banden die Taue der Steuerruder los, richteten das Segel nach dem Wind und hielten auf das Ufer zu.
41 Und als sie auf eine Sandbank gerieten, ließen sie das Schiff auflaufen und das Vorderschiff bohrte sich ein und saß fest, aber das Hinterschiff zerbrach unter der Gewalt der Wellen.
42 Die Soldaten aber hatten vor, die Gefangenen zu töten, damit niemand fortschwimmen und entfliehen könne.
43 Aber der Hauptmann wollte Paulus am Leben erhalten und wehrte ihrem Vorhaben und ließ, die da schwimmen konnten, als Erste ins Meer springen und sich ans Land retten,
44 die andern aber einige auf Brettern, einige auf dem, was noch vom Schiff da war. Und so geschah es, dass sie alle gerettet ans Land kamen.
Und als wir gerettet waren, erfuhren wir, dass die Insel Malta hieß.
Die Leute da erwiesen uns nicht geringe Freundlichkeit, zündeten ein Feuer an und nahmen uns alle auf wegen des Regens, der über uns gekommen war, und wegen der Kälte.
Aus Apostelgeschichte 27 und 28
und Malta 2019?

Ich glaube in der Zwischenzeit

Und in der Zwischenzeit?

Ich glaube,
dass wir neue Wege brauchen
die zueinander führen, die weiterführen,

Ich glaube,
dafür sind wir Menschen des neuen Weges gefordert,
der Jesus Christus heißt,
weil dieser Weg zum Leben führt und das Leben trägt,
weil dieser Weg uns Menschen radikal entzaubert,
uns aber zugleich befreit und zurechtrückt.

Ich glaube,
dass diese Welt,
unsere Gesellschaft und unsere Stadt,
Christinnen und Christen braucht,
die durch viel Not gelernt haben,
einander zu vertrauen und zu helfen,
zur Ehre Gottes und zum Wohl dieser Welt,
deren Klima nicht nur durch unsere Industrie und deren Produkte vergiftet wird. 

Ich glaube,
dass der Mensch über seine Verhältnisse lebt,
dass wir uns nicht mit uns selbst zufrieden geben dürfen,
dass wir die Gnade Gottes, die Liebe Jesu Christi
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes brauchen,
damit diese Welt verwandelt wird.

Wenn wir also beten: Herr, erbarme Dich!
Dann meinen wir,
dass wir Gott um seine Kreativität, seine guten Ideen,
seine Weitsicht und seinen Schutz bitten,
weil wir selbst es wagen wollen, etwas zu tun und zu verändern.
weil wir nicht aufgeben, selbst noch mit kleinsten Kräften,
einander zu stützen und für die Schwachen einzutreten.

Vorgestern, gestern heute, …

Vorgestern
um Mitternacht, vor 70 Jahren,
trat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft
Kein Datum für bloße Erinnerung,
sondern Grundlage für die politische Existenz eines Landes,
dessen Unrechtsregime zuvor ganz Europa in Tod und Vernichtung gestürzt hat,
die eigene Bevölkerung jüdischen Glaubens sowie Juden in ganz Europa
entrechtet, enteignet, verschleppt und ermordet hat,
das Lebensrecht missachtet und verachtet hat.

Das Grundgesetz hat sich dem entgegen gestellt,
es garantiert Freiheiten, für die auch Baptisten von Anbeginn eingetreten sind.

Gestern
haben die Anhänger des Unrechts und der Menschenverachtung
erneut in Dortmund demonstriert:
Sie feiern das Grundgesetz nicht, haben sie gesagt.
Das verstehe ich,
denn das Grundgesetz steht ihren eigenen Überzeugungen
– von Werten möchte ich nicht reden –
entgegen,
nach denen sie Gewalt verherrlichen, gegen Juden hetzen,
alle Bemühungen um ein gelingendes Miteinander verachten und zerstören.
Sie machen eine notorische Leugnerin des Massenmordes,
die damit ihre Verachtung gegen die Opfer und deren Angehörige zum Ausdruck bringt,
zur Spitzenkandidatin ihres politischen Schaufensters.

Wir können uns ihnen nur entgegen stellen.

Heute
haben wir die Wahl,
eine Europa-Wahl,
um eine Stimme auf 41 Parteien zu verteilen.
Ein Projekt des Friedens und der Verständigung,
das heute gefordert ist wie seit den Anfängen nicht mehr.
Das Beklagen von ferner Bevormundung,
wie die Nationalisten es nennen,
hat Methode und nur ein Ziel:
Nicht, etwas zu verbessern, sondern zurückzukehren in die Machtversessenheit,
die – wir wir in Österreich sehen – für persönliche Macht
auch ihr Land verrät und verkauft.

Mehr also noch als die eine Stimme
ist unsere Stimme gefordert, die nicht verstummen soll.

Vorgestern, gestern, heute.
Und morgen?

Hallo, Jesus

Träum ich?
Da, der da, der Gärtner, der Wanderer, der späte Gast
sieht er nicht aus
wie, wie, wie…
“Hallo, Je..”
…aber
das kann nicht sein,
machen wir uns nicht lächerlich,
nicht auch das noch,
was immer die mit uns gemacht haben,
was immer das mit uns gemacht hat
zu Verrätern, Versagern
verängstigt, verstört, verloren, verlassen,
es soll uns nicht auch noch
verrückt werden lassen.

und doch… Weiterlesen

Das Ende der Bündnisse

Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken;
der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. (Gen 9, 13)

Doch,
Wer will schon
einen Bund zwischen Himmel und Erde, ich bitte Euch,
samt einem Bogen in den Wolken womöglich,
außer, wenn da ein Topf Gold an einem Ende vergraben ist.

Die Zeit der Bündnisse geht zu Ende, so scheint es. Weiterlesen