Wir werden nicht mehr murren als nötig

Wir suchen Dich, guter Gott,
in unseren vier Wänden, auf den Straßen und in den Geschäften,
zwischen den Zeilen und Zahlen und all den Bildern,
in den Maßnahmen und beim Maß nehmen
und wenn wir unsere Masken aufsetzen auch.

Die Geduld geht uns aus wie der Docht einer Kerze,
wenn das Wachs verbraucht ist,
Dafür wächst unsere Sehnsucht:
Nicht nur nach „Normalität“, sondern nach Freiheit und Begegnung.

Der Weg ist noch so weit, durch die Wüste:
Wir werden nicht mehr murren als nötig,
aber bitte geh mit uns, denn
Jetzt und hier und heute,
Wollen wir Dich finden und gefunden werden von Dir.

Gar nicht so leicht ist es, zu sagen:
Es ist nicht die Pandemie, die diese Welt im Griff hat
– sondern Gott ist es, der sie hält!
Es ist nicht die Pandemie, die uns heimsucht
– sondern Jesus Christus ist bei uns an unserer Seite
Es ist nicht der Geist der Verzagtheit, der uns umtreibt
– sondern der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit, der uns bewegt.

Darum:
Was nicht leicht ist, soll getragen werden, 
Getragen, vielleicht wie das Kreuz:
Was wir nicht fassen können, hält uns und unsere Herzen und Hände;
Getragen, vielleicht wie ein Kind:
Wer weint und nicht schlafen kann vor Kummer, soll getröstet werden;
Getragen, vielleicht wie ein Kerbholz:
Was wir schuldig bleiben, soll zusammen finden und ausgelöst werden;
Getragen vielleicht wie ein Joch:
Was uns drückt soll Furchen ziehen, in denen Zukunft wächst.

Jesus Saves Capitol Hill

6. Januar: Epiphanias -Tag der Erscheinung des Herrn.

Mit MAGA-Mützen, Trump- oder Konföderierten-Flaggen stürmte ein enthusiastischer MOB rebellischer Selbstgewissheit das Herz der us-amerikanischen Demokratie, gerade als es um die Bestätigung der Wahl dem kommenden Präsidenten Joseph R. Biden ging. Der Vizepräsident hatte letztlich doch nicht um Trumps Ego willen seine Rechte überschritten, aber genügend Abgeordnete und Senatoren hatten signalisiert, von dessen Lügen profitieren zu wollen, um sich selbst zu profilieren. 5 Menschen starben, durch Gewalt oder vor Aufregung.

Für die einen war es ein aufregendes Happening, für die anderen Revolution. Die einen wollten die Verräter hängen sehen, die andern ein Zeichen setzen. Alle aber waren vorbereitet und aufgeheizt: “Wir gehen jetzt die Pennsylvania Avenue hinunter zum Capitol”, hatte Trump vorher noch gesagt – und sich dann verdrückt, um das Ereignis vom Fernsehen aus zu verfolgen. Voller Unverständnis darüber, dass die anderen Mitzuschauer nicht ebenso begeistert waren wie er selbst – so heißt es.

Die gerufenen Geister wollten ebenso wenig zurück in die Flasche wie die Zahnpasta zurück in die Tube, nun, wo sie schon mal da waren. Sie waren “im Namen des Herrn unterwegs” – und das ist nicht allein Trump, sondern Jesus selbst, dessen Gesandter Trump für sie ist. “Jesus Saves.” “Jesus 2020.” “Make America Godly Again.” sind die Parolen, es wird gebetet, das Kreuz voran getragen und dann zusammen mit Nazis, Qanon-Fanatikern und Antisemiten mit “Camp Auschwitz” oder 6MWE-Shirt gestürmt.

Im Zusammenhang mit Trumps ideologischer Marke schrieb der freikirchliche Kirchenhistoriker und Ökumeniker Erich Geldbach 2019 vom “toxischen Christentum” – weil eben US- Evangelikale, darunter Franklin Graham, der Sohn Billy Grahams und viele andere, für eine Ideologie weißer Überlegenheit und Vorherrschaft stehen. Wer hier letztlich wen instrumentalisiert (hat), ist ohne Belang. Denn “wer Wind sät, wird Sturm ernten”, so sagt es der Prophet Hosea (8,7) – und sei es ein Sturm auf das Kapitol.

Darum ist es nicht belanglos oder von ungefähr, dass wir immer wieder auf diesen ehemaligen Präsidenten der USA geblickt und uns mit ihm auseinander gesetzt haben. Denn er verkörpert die tödliche Gefahr, die in der Egomanie und Selbstgerechtigkeit steckt, mit der sich Machtgierige und Machtlose finden um sich eine Identität zu schaffen, die ganz genau “weiß, was gut und böse ist”: Wir, die “Wahren”, die da, die “Feinde.”

Nun habe ich nicht nur die Botschaft Jesu völlig anders in Erinnerung, der noch in der Nacht, in der er verraten wurde, das Mahl gehalten und dazu aufgefordert hat, das Schwert wegzustecken – es wird auch deutlich, wie prophetisch die Beobachtungen und Anmerkungen in den vergangenen Jahren gewesen sind. Denn Prophetie sagt nicht voraus, sondern deckt auf. Prophetie deckt auf, wie sich Mechanismen des Eigennutzes und der Ungerechtigkeit entwickeln: zum Sturm. Dass Jesus sich diesem Sturm gegenüber als souverän erweist, haben viele Evangelikale vergessen: “Habt ihr noch kein Vertrauen?” – lautet daher seine Frage an sie.

Der 6. Januar ist Epiphanias, die “Erscheinung des Herrn”, der Tag, an dem die Sternsinger an die Türen klopfen, in vielen Traditionen der Tag der Geburt des Herrn, wo an die Anbetung der Könige (Magi statt MAGA!) gedacht wird. Die Taufe Jesu und das Wunder von Kana sind die Ereignisse, die davon ausgehend den Beginn des Wirkens Jesu in dieser Welt kennzeichnen. Es ist in jeder Hinsicht das Kontrastprogramm zu den Geschehnissen am 6. Januar 2021.

Erich Geldbach: MAGA und toxisches Christentum, oder: Der peinliche Verrat christlichen Glaubens durch US-Evangelikale, in: Zeitschrift für Theologie und Gemeinde 24, 2019, S. 125–156.

Nutze auch die Suche rechts oben zum Stichwort “Trump”.

Zwischen den Jahren

das vergangene Jahr hat uns alle gefordert und belastet. Es hat uns zugleich in die Nähe dessen gebracht, was Menschen zu allen Zeiten gefordert hat, nach Gott zu fragen. Aber nach Gott zu fragen ist die Chance, ihm zu begegnen.

Dieses Bild hat uns das Jahr über begleitet,
und ist zugleich ein Schlüssel, um zu verstehen, wo wir stehen.

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben“, so lautete die Jahreslosung – und das war sie ja wohl auch, eine Losung für das Jahr. Ausgesprochen wird sie vom Vater eines (epilepsie)kranken Kindes, das hin- und hergeworfen wird – so wie wir in diesem Jahr.
Weder große Kunst, Ignoranz oder Selbstvertrauen helfen und heilen, sondern Geduld, Fasten – also Verzicht, Beten und dieses besondere Vertrauen, dass seine eigenen Grenzen kennt und akzeptiert aber weit darüber hinaus greift.
Seltsamerweise ist es ja gar nicht der Glaube, dem geholfen werden muss, so als würde der Vater Jesus bitten: “Ich glaube nicht genug, hilf meinem Glauben.”
Es ist das Unglaubliche und der Unglauben, von dem wir mehr als genug erlebt haben und erleben mussten, die Hilfe brauchen. So ist es in diesem Jahr gewesen und ist es noch. 
Wir aber vertrauen dieses Jahr dem Vater unseres Herrn Jesus Christus an, der auch unser Vater im Himmel ist, und lassen es zurück: Möge es in Frieden ruhen, soweit das irgend möglich ist.
Für das kommende Jahr aber wünsche ich Euch allen Gottes Kraft und Segen – wir sind ja immer noch unterwegs: Menschen des neuen Weges, gefragt, wie lange nicht mehr.
So gehen wir in das kommende Jahr: Sehnsucht, Trost, Erwartung und Zuversicht sind Mensch geworden in Jesus Christus:
Wir werden Herz und Hände öffnen um zu tun, was jetzt dran ist zu tun.

Gott segne dich

Freikirchliche Weihnachten

Es ist ja ein Privileg und eine Herausforderung, als Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde selber zu entscheiden: Wie machen wir es, an Weihnachten und am Heiligen Abend? Die Entscheidung nimmt uns keine staatliche oder kirchliche Stelle ab – und das ist auch gut so. Eben das bedeutet “Freikirche” – auch, wenn in diesem Jahr das Stichwort “Freikirche” nicht selten von eher negativen Schlagzeilen begleitet war, eben weil es eine so große Vielfalt an Gemeinden und Gemeindeleben gib. Für uns als Auferstehungskirche bedeutet Freikirche, dass Freiheit und Verantwortung zusammen gehören. Das eine lässt sich nicht vom anderen trennen. Wirkliche Verantwortung wurzelt in der Freiheit – nicht in Anordnungen oder darin, andere vorzuschieben. Aber diese Freiheit ist zugleich nur dann frei, wenn sie verantwortlich handelt, denn andernfalls wird sie zur Willkür oder zum Egoismus. Auch Verzicht ist Freiheit.
Die Entscheidung, über Weihnachten und den Jahreswechsel keine Gottesdienste stattfinden zu lassen, ist in dieser Verbundenheit von Freiheit und Verantwortung begründet. Es ist unsere gemeinsame Entscheidung – und dennoch sind wir darin verbunden, mit unseren evangelischen und katholischen Geschwistern. Denn es ist die Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes, die wir gemeinsam bekennen: gerade an Weihnachten. Unser gemeinsamer Glaube erschöpft sich eben nicht nicht in Ritualen – denn die Liebe Gottes tut es ja auch nicht.

Also ist an Weihnachten Frei-Kirche.
Weihnachtsgottesdienste in der Auferstehungskirche finden nicht statt – zumal angesichts der Infektionszahlen im Dortmunder Norden und der aktuellen Mutation des Virus, selbst wenn dieses noch nicht in Dortmund angekommen sein sollte. Dennoch feiern wir miteinander Weihnachten. Stattdessen gibt es für alle eine gemeinsame Liturgie zum Heiligen Abend – und die können wir “hin und her in den Häusern” feiern – zum Beispiel eben genau zu der Zeit, in der sonst unsere Christvesper stattfinden würde. Auf diese Weise wird niemand ausgeschlossen und das beste ist: Ihr dürft sogar singen!

Der coronäische Advent

AdWand – Advent an der Wand

Am 14. und am 20. Dezember
projizieren wir die umwerfende Weihnachtsgeschichte an die Wand der Auferstehungskirche.

Das geht allerdings nur bei entsprechender Witterung, d.h. wenn es nicht regnet, stürmt oder schneit. Schaut einfach hier auf der Website nach, dort findet Ihr die aktuelle Info, ob die Präsentation stattfindet.

Zusehen ist nur möglich bei Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 Metern und mit Maske.
Die Dauer der Präsentation beträgt ca. 8 Minuten. Wir werden sie daher mehrmals zeigen:
um 17:30 – 17:40 – 17:50 Uhr und 18 Uhr. Für die, die leider nicht dabei sein können, übertragen wir die Projektion auch in unserem Livestream.

Adventliche Exerzitien

Dieser Advent ist ganz anders als wir es gewohnt sind.
Woran gewöhnen wir uns?
Damit meine ich nicht nur, Abstand zu halten und einander auszuweichen,
Masken zu tragen,
mit Karte zu zahlen statt das Kleingeld aus der Hosentasche zu kramen,
einen Einkaufswagen zu benutzen
oder immer einen ausreichenden Vorrat an Klopapier zuhause zu haben.

Aber dass Gott Mensch wird – wie sollten wir uns daran gewöhnen können?
Advent ist die unbestimmte Zeit der schwierigen Verhältnisse, ist Verheißung, ist
SehnsuchtTrostErwartung und Zuversicht.

Momente, Ausblicke, Einblicke und Worte der Sehnsucht, des Trostes, der Erwartung und der Zuversicht begleiten uns durch diesen coronäischen Advent.
Jeden Tag gibt es dazu einen neuen Impuls hier auf unserer Website
du findest das ganze Exerzitien-Programm zum Herunterladen aber auch hier.

Einklang im Advent – ein Klang im Advent

Der Stern erzählt…
Klanginstallationen von Hilke Greif.
Ihr findet Sie jeweils rechts unter Aktuelles
und auf unserer Einklang-Seite

Türen zum Advent – der ökumenische Adventskalender

Gemeinsam mit den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Eving und Brechten bieten wir in diesem Jahr auf www.ökumene-eving.de einen Online-Adventskalender an. Jeden Tag gibt es eine Überraschung: Ein Lied, ein Gedicht, eine Bildmeditation, eine Erzählung, ein Gespräch, eine Klanginstallation, eine Andacht, Musik und vieles mehr…
Du musst nur klicken, um die Türen zu öffnen.

Alternativ findest Du den Kalender auch auf unserem Ökumene-YouTube-Channel – – denke aber daran, dass du dich dann in die Datenschutzgefilde von YouTube begibst.

Advent in Tüten

In den Zwischenräumen zwischen Bäumen

finden sich so manche Dinge:
Ab dem 2. Dezember hängen zwischen den Bäumen vor der Auferstehungskirche kleine Präsente als Mutmacher, Hoffnungsgeber, Energiereserve, Lichtblick, als … Advent in Tüten

Aktion Kinderwünsche

Jedes Jahr beteiligen wir uns an der vom Verein interAktion e.V. durchgeführten Aktion Kinderwünsche, indem auch wir Wunschzettel sammeln und Wünsche erfüllten.

Im coronäischen Jahr ist es leider nicht wie gewohnt möglich, dass wir Einkaufen und Päckchen packen. Doch mit Unterstützung der BVB-Stiftung “leuchte auf” kann die Aktion doch noch gelingen. Wer also Wünsche erfüllen möchte, kann bis zum 13.12. unter einem Spendenlink eine gewählte Summe spenden. Weitere Infos findet Ihr auf der BVB-Seite.


Wahlwaisen – im Land der unbegrenzten Seltsamkeiten

Ach die Wahl -die, in den USA: sie hat mich auf Trapp gehalten,
obwohl tagelang und vor allem nächtelang nicht viel passiert ist:
Hier ein Umschwung, da ein paar Stimmen mehr, da weniger.

Und dann ist da ja noch Corona,
dass dann leider doch nicht am 4. November verschwunden ist,
wie die Trumpisten angekündigt oder versprochen haben – je nachdem.
Die höchste Zahl an Erkrankten in Dortmund seit Beginn der Pandemie,
neue und umfassender Vorsicht unsererseits – und verquerer Krawall in Leipzig

Und dann das Spiel BVB gegen FCB
“STOP THE VOTE – Hört auf zu zählen” will man da rufen – nach der ersten Halbzeit!
Dortmund an der Tabellenspitze, das sieht so toll aus, das soll so bleiben.
Wir können gar nicht verlieren, denn wenn wir verlieren muss es ja Betrug sein.

Weiterlesen

Lockdown

Vom Baum wie vom Kalender, 
fällt ein Blatt, und noch eines und noch eines mehr,
es sammeln sich die Absagen von Konzerten, Veranstaltungen, Treffen,
wie das Laub auf den Gehwegen
und häufen sich dort, wie die Zahlen der Erkrankten.
Dagegen hilft das laute Laubgeblase so wenig,
wie es hilft den Herbst zu ignorieren,
und dass die Tage dunkler werden.

Eigentlich ist jetzt die Zeit,
in der wir der Trauer Raum geben und dem Gedenken,
in der wir Trost suchen und mahnen: Nie wieder!,
in der wir ein Licht anzünden, Orangen pflücken, Düfte riechen,
uns vorbereiten
und auf Gottes Zukunft setzen.
Eigentlich, aber…

… aber was sollte uns daran hindern, genau das zu tun?