Pfingsten: Wir haben Netz…

Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, so lautet die Verheißung.
Wir aber wissen: Wer Empfang haben will braucht Netz. Vor 2000 Jahren waren die Anhänger*innen Jesu in Jerusalem alle an einem Ort versammelt, so heißt es. Volle Netzabdeckung für alle also – kein Wunder daher, das Pfingstwunder.
Von dort aus hat sich die Botschaft von der Gerechtigkeit Gottes in Jesus Christus ausgebreitet. Die Menschen des Neuen Wegs haben begriffen: Wir sind, so unterschiedlich wir auch sind, verbunden: Mit dem Geist Gottes und durch den Geist auch untereinander. Selbst wenn wir unterschiedliche Systeme unterschiedlicher Herkunft nutzen, verschiedene Architekturen bevorzugen, andere Kontakte pflegen, Erfahrungen, Erlebnisse und Überzeugungen teilen oder gar Sprachen sprechen: Der eine Geist ist die unverfügbare Gabe Gottes, sein Beistand und seine Zuwendung. So aber, indem Gott selbst sich in uns Menschen zur Erfahrung bringt, vernetzt er uns zugleich zu einem Netz, das uns trägt, indem wir einander ergänzen, begeistern, inspirieren, helfen und tragen. Denn die Liebe Gottes kann durch dieses Netz fließen und wirksam werden, das vom Vertrauen in die Treue Gottes getragen wird und so die Hoffnung auf die neue Welt Gottes verbreitet. Darum müssen wir weder die Hände in die Luft heben noch die Anzahl der Sendemasten erhöhen, um Anschluss und Empfang zu haben, sondern uns öffnen für Gottes Wirklichkeit und uns dann auf den Weg machen – auch und gerade dahin, wo der Empfang nicht gut ist.

Himmelfahrt…

Da fährst Du hin
Jesus.
und wir sehen Dir nach.
Du verschwindest in den Wolken.
Doch was für Wolken sind das, in denen Du uns aus dem Blick gerätst?
Die Wolken eines Himmels, hoch oben über uns?
Die Wolken der Geschichte, weit hinter uns?
Die Wolken unserer Enttäuschungen, tief in uns?
Die Wolken unserer Ungewissheit, noch vor uns?
Die Wolken all dessen, was um uns ist und uns bedrängt?
Und wir sehen dir nach: sehen es dir nach? 
Ach dass uns doch der Himmel aufklare und aufkläre:
Fährst Du dahin oder da hin? 
Wo fährst Du hin, 
Jesus?

Apostelgeschichte 1 mit Johannes 20,17

Ich bin ein Klang in seinem Lied…

So bin ich Klang in seinem Lied
der Hoffnung, des Vertrauens und der Liebe
in Gottes Lied vom Leben, 
von der Schöpfung,
vom Scheitern und vom Neubeginn.

Und wenn wir heute nicht lauthals singen können,
das Hosianna, das Halleluja, das Klagelied, das Hoffnungslied 
– und zwar aus Vorsicht und Rücksicht, nicht um eines Gebotes willen – 
dann müssen gar nicht erst die Steine
an unserer Stelle ihre Stimme erheben: 
Wir selber sind Klang! 
Du,
meine Seele,
singe: wohlauf – und singe schön,
singe…
Gott, dem Vater, dem wir uns anvertrauen mit diesem Gottesdienst
… Jesus, dem Menschenskind, dessen Stimme in uns nachklingt
… dem Heiligen Geist, der selbst unser Seufzen noch in Gebet verwandelt.
Denn Du, Gott, bist mein Atem, wenn ich zu dir bete, darum
sei auch im Knacken meiner Gelenke, 
in den Schmerzsignalen meines Körpers.
In den Gedankenkreisen und kleinen Fluchten,
in meiner Kurz- und auch meiner Weitsichtigkeit.

Und liege mir in den Ohren, Herr,
mit deinen Angelegenheiten.
Sei im Pochen meines Herzens, 
ja im Herzen, in Mund und Händen:
Erfülle Herz und Sinne mit Sinn und Herzlichkeit
und füge mich ein in die Fuge deines Liebesliedes. Amen

Wärst Du hier gewesen…

„Wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben!“
sagt Marta zu Jesus, als dieser zu Besuch kommt.
Ihr Bruder Lazarus, Jesu Freund, ist vor wenigen Tagen gestorben.
„Wenn du hier gewesen wärst…“
Ein Vorwurf, ein Bedauern, ein Hätte-Wäre-Würde-Satz?
Eine Verlegenheit, eine Schmeichelei, ein Glauben-Hoffen-Lieben-Satz?
Eine Ahnung oder eine Gewissheit, eine Meinung oder ein Bekenntnis?

Nun spricht Marta bei dieser Begegnung ein Bekenntnis, wie wir es sonst von Petrus kennen: „Du bist der Christus“, sagt sie, „du bist im Namen des Herrn unterwegs!“
Auch sonst ist sie ja, wie Petrus, eher der pragmatisch-anpackende Typ.
Statt den Simon Petrus zu nennen,
hätte Jesus also ebenso gut Marta Petra nennen können.
Wer weiß, wie’s dann gelaufen wäre, mit der Kirchengeschichte… .

Nun spricht dieser Satz aber auch aus, was uns in coronäischen Zeiten prägt:
Wir verpassen einander, kommen zu spät, sind nicht da!
Und Menschen sterben: Achtzigtausend in Deutschland, seit Beginn der Pandemie.
Kerzen anzünden zum Gedenken, Namen nennen und Lebensgeschichten erzählen:
Das ist das eine, zumindest die Macht der Zahlen zu brechen.
Das andere ist dieser Satz. Denn er sagt nicht nur das Eine, sondern anderes gleich mit,
und ist so alles in allem: Vorwurf, Bedauern, Hätte-Wäre-Würde, Verlegenheit, Friedensversuch, Glauben-Hoffen-Lieben, Ahnung, Gewissheit, Meinung und Bekenntnis.

Sei da, Mensch! Selbst, wenn es nicht zu verhindern ist.
Und lass diejenigen da sein, die gestorben sind, ebenso wie die, die krank und isoliert sind: Hol sie aus ihren Löchern ans Licht, in eine solidarische Gemeinschaft der Zuneigung und der Würde. Und mach deutlich, was es heißt, wenn du bekennst und glaubst:
Jesus Christus ist da.

Ostern 2021

Ostern: Die Botschaft des Lebendigen, die Nachricht von der Auferstehung, geht von einem zum andern. Und so soll es sein – auch wir hören und sagen weiter, was uns bewegt.
Darum feiern wir an diesem Ostern gleich 3 Gottesdienste, um 11 Uhr, 11:30 und 12 Uhr.
Jede der kurzen Liturgien greift einen anderen Moment auf: Nicht alle können bei allen dabei sein, aber so ist es ja schon einmal gewesen.

Welcher Moment ist Deiner?

Immerhin: hier könnt ihr hören oder lesen, was sonst noch passiert.

Ostermorgen:

…und sagt den Jüngern
Liturgie als Faltblatt und für den Ausdruck in A4

Ostertag:

Häh?
Liturgie als Faltblatt und für den Ausdruck in A4

Osterabend:

brannte nicht unser Herz?
Liturgie als Faltblatt und für den Ausdruck in A4

Segensangelegenheiten

Ach diese Angelegenheit mit Gottes Segen:
Ist nicht Gottes Segen an allen gelegen,
die mit Herz und Verstand nach diesem Segen verlangen?
Und ist nicht allen gelegen, an Gottes Segen,
die wissen, dass dieses Leben nicht nur ihre Angelegenheit ist?

Zu segnen, was und wer uns am Herzen liegt,
oder in den Ohren:
Wir sollen ja sogar segnen, die uns verfluchen,
sagt Jesus, der Herr.
Aber die Liebenden nicht –
gleich welchen Geschlechts?
Da sei die Kirche vor: Was erlauben Kirche?

Jede Gelegenheit zum Segen ist gegeben,
angelegt in der Liebe Gottes,
damit wir die Liebe Gottes zu unserer Angelegenheit machen.
Wenn daran allen alles gelegen wäre,
das wäre ein Segen!

6 Wochen – ein Gottesdienst

Zwischen schon und noch nicht erleben wir zur Zeit unentschiedene Wochen.
Ein Jahr nach dem ersten Lockdown ist unklar:
Wo geht es hin, was ist verantwortlich, was geboten, was notwendig?
Für uns als Gemeinde ist klar: Gottesdienst ist mehr, als einen Gottesdienst ansehen.
Darum gestalten wir gerade in der Fastenzeit Gottesdienst einmal etwas anders:
Ein Gottesdienst mit seinen Elementen – verteilt auf die Sonntage der Fastenzeit –
der längste Gottesdienst der Welt, könnte man sagen – und zugleich jeweils der kürzeste:
Die einzelnen Elemente dauern jeweils nur etwa 20 Minuten, damit in kleinen Gruppen so viele wie möglich daran teilhaben können. Dafür ist die Kirche sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet, jeweils halbstündlich beginnt eine kleine Liturgie. Die aber ist besonders gestaltet, denn es ist

eine Liturgie für Dich!
Diese Form bietet die Gelegenheit, die einzelnen Elemente des Gottesdienstes ganz persönlich zu nehmen – zumal eine volle Gottesdienstgemeinschaft noch nicht wieder so ohne weiteres möglich ist. Lieder, Texte, Handlungen sind für Dich bestimmt, sollen Dich abholen und weiterbringen. Sie sind darum bewusst in der ersten Person formuliert. Nimm Gottes Angebot ruhig persönlich! Diese persönliche Dimension ist etwas, was wir alle dringend brauchen.
Darum gibt es die Liturgien unter Schutzbedingungen „live“ in der Auferstehungskirche, auf der Website mit Liedbegleitung zum selber sprechen und beten, in verschiedener Form zum Ausdrucken und selbstverständlich auch zum Anhören. Ganz ähnlich der Christvesper, so dass darin eben doch wieder alle miteinander verbunden sein können. Worauf wir in dieser Zeit allerdings verzichten ist das Livestreaming, denn das passt nicht gut zum Charakter der Liturgien. Du musst also selber aktiv werden.
Die Liturgien für Dich findest Du jeweils hier auf unserer Webpräsenz.
Einen kleinen Kurz-Impuls als Ausschnitt aus der Liturgie findest Du auch hier rechts in der Spalte „Aktuelles“.