Sturmschäden

Stürmisch seit Wochen, nasskalter Dauerregen – der Boden ist aufgeweicht,
was nicht gut verwurzelt ist oder als toter Ast herumhängt
wird zur Gefahr für Leib und Leben.
Ja, es geht ums Klima – das Klima von Hass, Verachtung und ständigen Provokationen,
das von einer Partei wie der AfD genüsslich gepflegt wurde und wird:
Die Dauerberieselung mit menschenverachtender Sprache, pauschal verurteilenden Etikettierungen und Pranger-Markierungen hat den Boden zum braunen Sumpf derart aufgeweicht, dass Menschenleben in Gefahr sind.
Wo Wind gesät wurde, hält der Sturm Ernte. Halle – Hanau:
Es sind eben keine “verrückten” Einzeltäter,
sondern rechts-verrückte Ein-Zell-Täter.

Es mag sinnlos sein, ist aber dennoch erforderlich, AfD-Vertreter*innen zum wiederholten Mal zu erklären, dass es keine Instrumentalisierung einer solchen Tat darstellt,
wenn auf die Verantwortung für menschenverachtende Sprache, Haltungen und Handlungen hingewiesen wird, die derartige Taten motiviert und provoziert.
Eine Instrumentalisierung der Opfer hingegen ist es, wenn in ersten Reaktion diese selbst samt der Bundeskanzlerin zu den eigentlichen Tätern erklärt werden.
Wie Instrumentalisierung der Opfer durch die AfD und die übrige rechtsextreme Szene konkret aussieht, mussten wir ja leider schon in Chemnitz erleben.
Schicksalhaft erdulden aber müssen und dürfen wir das nicht.

Sturmwarnung

Auf die Sturmwarnung vor dem Sturmtief „Sabine“ reagiert das ganze Land mit Vorsichtsmaßnahmen und hoher Aufmerksamkeit. Ein Sturm zieht auf, samt Kaltfront und Gewitter, Schäden werden befürchtet, Leib und Leben gilt es zu schützen.
Doch der Wintersturm ist nur Wetter.
Die aktuellen Ereignisse in Thüringen sind mehr als eine politische Schlechtwetterlage – offenbar, und tragischer Weise, hat das Gedenken an Auschwitz nicht gereicht.

Vor 75 Jahren wurde das KZ Auschwitz befreit,
das Gedenken an die organisierte Ermordung von Millionen Menschen ist,
angesichts des wieder wachsenden Antisemitismus samt dem Anschlag in Halle
und der aktuellen Wahl des Herrn Kemmerich zum Ministerpräsidenten des Bundeslandes Thüringen durch die AfD wichtig wie lange nicht.
Deren Profilierungsnotstand verdeutlicht einmal mehr, dass diese faschistische geführte Partei im Rückgriff auf die dunkelsten Zeiten unserer Geschichte die Alternative zur aktuellen Verfassung sieht – und wie sehr machtbesoffene Politiker einer Kleinpartei sich unter dem Applaus einer so genannten „Werte“union über den Tisch ziehen lassen:
Ich war so frei, Demokraten.

Was aber wird werden, wenn nicht nur das Vergessen,
sondern vor allem die Ignoranz überhand nimmt?
Es darf nicht vergessen werden, dass verantwortungslose Werte und Machtansprüche, Intoleranz und Überheblichkeit – auf welchen Ideen auch immer sie beruhen – nicht zueinander führen, sondern nachhaltigen Schaden anrichten.
Denjenigen, die nicht müde werden zu betonen, dass sie des Gedenkens müde sind,
denjenigen, die Auschwitz als Vogelschiss der Geschichte bezeichnen,
ist darum nicht zu vertrauen. Vor ihren zerstörerischen Absichten muss gewarnt werden.

Die Ereignisse in Thüringen sind darum keine schnell zu reparierende Episode
– 24 Stunden rudern, dann ist alles wie zuvor. So haben die Sprachunfähigkeit, das Getue und Gehabe und vor allem den Preis deutlich gemacht, den Politiker auch hierzulande für die Macht zu zahlen bereit sind.

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit!, heißt es im Brief des Paulus an die Gemeinden in Galatien. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ fährt er fort.

Unabhängig von dem, was Paulus konkret im Blick hat, als er diese Worte schreibt,
wird eines deutlich:
Befreiung und Freiheit sind nicht dasselbe.
Befreiung ist ein Ereignis, vielleicht ein Kampf, vielleicht eine Qual, vielleicht Erleichterung,
aber Freiheit ist eine Aufgabe.
Freiheit ist gleich in doppelter Hinsicht eine Aufgabe:
Das Alte achtsam zurückzulassen und dabei Verantwortung zu übernehmen.
Das Neue achtsam zu gestalten und dafür Verantwortung zu übernehmen.

Wir sind nur Teil der Geschichte, aber wir sind es je auf – nun – nachhaltige Weise.
Darum müssen wir uns je und je den Widersprüchen unserer Existenz stellen,
die Geschichte geworden ist und aus der Geschichte wird.

Denn Geschichte, das sind nicht Worte und Bilder in Erzählungen, Büchern, Bildern oder Filmen, als ginge es darum, das Naturereignisse, politische Entscheidungen und menschliches Handeln in irgendeiner Weise „verzeichnet“ sind,
als gälte es nur, Bilanz zu ziehen und ein paar Zahlen und Fakten zu nennen,
oder im Geschichtsbuch eine Seite weiter zu blättern.
Geschichte ist erlebtes und geprägtes Leben.
Eben darum darf die gefährdete Lebendigkeit dieses Lebens nicht vergessen sein
– und schon gar nicht verdrängt werden. Wir sind zur Freiheit befreit,
doch diese Freiheit muss auch gelebt werden.

Ich glaub’s wohl!

„Alles ist möglich, dem der glaubt“ sagt Jesus.
Na – Ich glaub’s wohl!

Es ist ja ein wenig vertrackt, dieses „Ich glaub’s wohl!“:
Ich glaub’s – und irgendwie auch nicht.

„Das ist alles nur zu deinem Besten…“ – Ich glaub’s wohl!
„Ich wollte doch nur…“ – Ich glaub’s wohl!
„Das ist von ganz alleine…“ – Ich glaub’s wohl!
„Wir waren gezwungen…“ – Ich glaub’s wohl!
„Das war ich nicht“ – Ich glaub’s wohl!

„Ich glaub’s wohl“ trägt also gleich mehrere Akzente des Unglaubens und des Protestes,
vielleicht auch des zweifelnden Staunens: Tatsächlich? Weiterlesen

Adventsgenuss

AdventnichtnurAnders
Nach dem alternativen Adventsmarkt, dem Cafégottesdienst, der Himmelsleiter als anderem Weihnachtsbaum und unserem immer noch laufenden “anderen” Adventskalender “unterwegs
freuen wir uns auf und laden herzlich ein zur Bläsermusik im Advent: Weiterlesen

Advent Anders

Diesseits von Weihnachtsstadt und all den anderen vielfältigen Angeboten in unserer Stadt haben wir einen Adventsmarkt mal ganz anders gestaltet. Viele Lichter, eine gemütliche Atmosphäre, Waffelduft und Feuer, nette Menschen, schöne Dinge gab es auch:

Was also war anders?

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Gretchenfrage

Kennt ihr eigentlich die Gretchenfrage?

Soll ja bald kein Stoff für’s Abitur mehr sein.
Nicht, dass nachher niemand mehr weiß,
nein, nicht wie Rumpelstilzchen heißt,
sondern wie die Gretchenfrage lautet.

Und,
wie lautet sie nun? Weiterlesen

Ein Zell-Täter

Ein antisemitischer Angreifer, der nach dem Vorbild des Mörders von Christchurch – der zu Recht namenlos geblieben ist – und weiterer Massenmörder, einen Anschlag auf eine Synagoge wie nun in Halle versucht und dabei aus Frust Menschen tötet, ist, selbst wenn er keine offensichtlichen Komplizen hat, kein Einzeltäter. Weiterlesen

Auferstehungskirche Kunterbunt

In diesem Herbst starten wir mit

kindergerechte und generationenübergreifende Angebote, Gottesdienst zu erleben, einen Platz zum Leben zu finden, Gemeinschaft zu stärken, Mut zu bekommen, Aktiv zu werden, Gott und Gemeinde zu erleben, Fragen zu stellen und Neue Wege zu gehen.

Dazu gehören Kunterbunt-Gottesdienste mit einem ersten am 29. September, ein alternativer Advents- und Weihnachtsmarkt am 30. November, der Winterspielplatz ab Januar 2020 sowie weitere Elemente wie Spieleevents, Mitsing-Abende, LebensGeschichten, Frühstück mit Gott (Bibel und Glauben in einfacher Sprache), ein Generationencafé sowie längerfristig pädagogische und beratende Angebote.