Ich glaube in der Zwischenzeit

Und in der Zwischenzeit?

Ich glaube,
dass wir neue Wege brauchen
die zueinander führen, die weiterführen,

Ich glaube,
dafür sind wir Menschen des neuen Weges gefordert,
der Jesus Christus heißt,
weil dieser Weg zum Leben führt und das Leben trägt,
weil dieser Weg uns Menschen radikal entzaubert,
uns aber zugleich befreit und zurechtrückt.

Ich glaube,
dass diese Welt,
unsere Gesellschaft und unsere Stadt,
Christinnen und Christen braucht,
die durch viel Not gelernt haben,
einander zu vertrauen und zu helfen,
zur Ehre Gottes und zum Wohl dieser Welt,
deren Klima nicht nur durch unsere Industrie und deren Produkte vergiftet wird. 

Ich glaube,
dass der Mensch über seine Verhältnisse lebt,
dass wir uns nicht mit uns selbst zufrieden geben dürfen,
dass wir die Gnade Gottes, die Liebe Jesu Christi
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes brauchen,
damit diese Welt verwandelt wird.

Wenn wir also beten: Herr, erbarme Dich!
Dann meinen wir,
dass wir Gott um seine Kreativität, seine guten Ideen,
seine Weitsicht und seinen Schutz bitten,
weil wir selbst es wagen wollen, etwas zu tun und zu verändern.
weil wir nicht aufgeben, selbst noch mit kleinsten Kräften,
einander zu stützen und für die Schwachen einzutreten.

Vorgestern, gestern heute, …

Vorgestern
um Mitternacht, vor 70 Jahren,
trat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft
Kein Datum für bloße Erinnerung,
sondern Grundlage für die politische Existenz eines Landes,
dessen Unrechtsregime zuvor ganz Europa in Tod und Vernichtung gestürzt hat,
die eigene Bevölkerung jüdischen Glaubens sowie Juden in ganz Europa
entrechtet, enteignet, verschleppt und ermordet hat,
das Lebensrecht missachtet und verachtet hat.

Das Grundgesetz hat sich dem entgegen gestellt,
es garantiert Freiheiten, für die auch Baptisten von Anbeginn eingetreten sind.

Gestern
haben die Anhänger des Unrechts und der Menschenverachtung
erneut in Dortmund demonstriert:
Sie feiern das Grundgesetz nicht, haben sie gesagt.
Das verstehe ich,
denn das Grundgesetz steht ihren eigenen Überzeugungen
– von Werten möchte ich nicht reden –
entgegen,
nach denen sie Gewalt verherrlichen, gegen Juden hetzen,
alle Bemühungen um ein gelingendes Miteinander verachten und zerstören.
Sie machen eine notorische Leugnerin des Massenmordes,
die damit ihre Verachtung gegen die Opfer und deren Angehörige zum Ausdruck bringt,
zur Spitzenkandidatin ihres politischen Schaufensters.

Wir können uns ihnen nur entgegen stellen.

Heute
haben wir die Wahl,
eine Europa-Wahl,
um eine Stimme auf 41 Parteien zu verteilen.
Ein Projekt des Friedens und der Verständigung,
das heute gefordert ist wie seit den Anfängen nicht mehr.
Das Beklagen von ferner Bevormundung,
wie die Nationalisten es nennen,
hat Methode und nur ein Ziel:
Nicht, etwas zu verbessern, sondern zurückzukehren in die Machtversessenheit,
die – wir wir in Österreich sehen – für persönliche Macht
auch ihr Land verrät und verkauft.

Mehr also noch als die eine Stimme
ist unsere Stimme gefordert, die nicht verstummen soll.

Vorgestern, gestern, heute.
Und morgen?

Hallo, Jesus

Träum ich?
Da, der da, der Gärtner, der Wanderer, der späte Gast
sieht er nicht aus
wie, wie, wie…
“Hallo, Je..”
…aber
das kann nicht sein,
machen wir uns nicht lächerlich,
nicht auch das noch,
was immer die mit uns gemacht haben,
was immer das mit uns gemacht hat
zu Verrätern, Versagern
verängstigt, verstört, verloren, verlassen,
es soll uns nicht auch noch
verrückt werden lassen.

und doch… Weiterlesen

Das Ende der Bündnisse

Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken;
der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. (Gen 9, 13)

Doch,
Wer will schon
einen Bund zwischen Himmel und Erde, ich bitte Euch,
samt einem Bogen in den Wolken womöglich,
außer, wenn da ein Topf Gold an einem Ende vergraben ist.

Die Zeit der Bündnisse geht zu Ende, so scheint es. Weiterlesen

Hoffen, Glauben, Lieben…

Dass Gott es für gut hielt, sich den Menschen zu verbünden,
an die Seite zu treten denen,
die,
sich suchend und das ihre
sich verloren
im Gegeneinander der Interessen,
im Unmaß der Gier,
im Kampf um Einfluss und Anerkennung,
aber auch
im Lieben und der Hingabe:
Wer konnte damit rechnen?

Dass Gott nicht am Zorn,
an seinem Recht und seiner Macht,
festhielt,
sondern in Jesus Christus sich auslieferte,
unserem Zorn, unserem Unrecht, unserer Macht
bis in den Tod
an der Seite der Verlorenen:
Wer wollte das glauben?

Doch war und ist
die Liebe
die stärkste unter allen Mächten.
Sie allein stiftet Frieden und Gerechtigkeit
unter den Menschen,
und macht Versöhnung möglich.
Sie trägt den Bund des Lebens,
zwischen Gott und Menschen,
aus dem auch wir Menschen leben können.
Sie nährt das Feuer des Geistes Gottes,
das uns stärkt und trägt.

Die Badesaison ist eröffnet

WINTERSPIELPLATZ 2019

poster
00:00
--
/
--

Es ist Zeit!

Wie immer sagt der Herrscher,
– begabt oder nicht –
was die Stunde geschlagen hat:

Alle Menschen sollen jetzt datentechnisch erfasst werden,
sicherheitshalber, und
damit alle,
je nach Begabung,
pünktlich ihre Steuern zahlen. 

Ausgenommen die in den Oasen.
Denn da wohnt ja keiner
– nur Briefkästen.

Weiterlesen

Gott gibt uns Atem

„Gott gibt uns Atem“, so lautete das Motto eines Konzerts des Ökumenischen Bläserkreises Huckarde am Mittwoch, dem 14.11. in der Auferstehungskirche. Klar, dass man für Blasinstrumente Atem und Atemtechnik braucht. Insofern hätte das Motto durchaus einen hoffnungsvoll selbstironischen Klang haben können. Tatsächlich aber war es in der Auswahl der Stücke und dem Sound der Bläser, ebenso wie in der Ergänzung durch Gesang, ein Klangerlebnis, das die Hörer*innen die Luft anhalten, tief ausatmen und ebenso tief einatmen ließ:
Eine Belebung der Sinne und der Herzen, Trost und Ermutigung, Genuss und Meditation, Erinnerung und Mahnung gleichermaßen.  Weiterlesen

Was wir säen – was wir ernten

Es geht an Erntedank nicht nur um die Früchte, die wir ernten,
nicht nur um das, was wir stolz auf den Teller legen, zu Mus verarbeiten oder einkochen. Mal abgesehen davon, dass die Dankbarkeit für das was gewachsen ist, gegen die Profitgier großer Konzerne wie der RWE nicht ankommt, wie wir am Hambacher Forst sehen.
Es geht auch darum, was wir säen, wo wir säen, wie wir säen.

Weiterlesen

Es war einmal…

… ein Sommermärchen. 

2006 soll das gewesen sein. „Die Welt zu Gast bei Freunden“ lautete damals das Motto, „Zeit, dass sich was dreht“, wurde uns dafür als Hymne ins Ohr gesungen.

Die Leichtigkeit, mit der damals das Fahnenschwenken neu geübt wurde, um Begeisterung an Stelle von Nationalismus setzen, ist verflogen: Die Welt soll uns gestohlen bleiben, schreien die begeisterten Nationalisten und schwenken Fahnen wie Waffen. Die Zeit, zurückgedreht auf Nationalismen und Möchtegern-Führerfiguren. Dabei haben die nicht nur im Märchen und nicht nur einmal die Welt ins Unglück gestürzt. Weiterlesen