Currywurst für alle – statt Dinner for One

90 Jahre Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dortmund Eving.
Da könnte man sich ja diesen berühmten 90. Geburtstag zum Vorbild nehmen, der Jahr für Jahr zu Silvester im Fernsehen gezeigt wird und somit längst „Kult“ geworden ist, also feierliche Verehrung genießt. Der Butler James begrüßt dort Miss Sophie, die ihren 90. Geburtstag als Dinner mit ihren längst verstorbenen Freunden zu feiern gedenkt – deren Rollen James nun allein übernehmen muss. Während diese also unsichtbar bereits am Tisch Platz genommen haben, bietet James nun Miss Sophie den Ehrenplatz an.

Wir feiern, dass Gott uns einen Platz angeboten hat, in Dortmund, in Eving,
an dem wiederum wir Gottesdienst feiern können,
Sonntags und in den Begegnungen und der Zusammenarbeit mit den Menschen in unserer Nachbarschaft.

Wir feiern unseren 90. Gemeinde-Geburtstag daher quasi als Gegenprogramm zu diesem berühmten, lustigen aber auch sehr geistigen Getränken zugeneigten Sketch:
zum Beispiel mit Currywurst für alle, statt Dinner for One. Weiterlesen

5 Ringe der Macht

„Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden“, so stand es eingraviert auf dem „einen Ring“, bevor dieser im Schicksalsberg vernichtet wurde. In Tolkiens Mittelerde gab es gleich 20 Ringe der Macht: 9 für die Sterblichen, 7 für die Zwerge, 3 für die Elben und dann eben noch den einen, der alle anderen kontrollieren sollte. 9 – 7 – 3 – und was ist mit der 5? Sind es nicht 5 Ringe, die für Olympia stehen? Weiterlesen

Europas Meister

Europas Meister, so lautete das Motto des Frühstücksgottesdienstes am vergangenen Sonntag, der angesichts des nun feststehenden BREXIT nochmals an Aktualität gewonnen hat. Denn überraschender Weise ging es in unserem Gottesdienst nur am Rande um die aktuell laufende EM. So eröffnete ein europäischer Meister die Runde, der nicht auf dem Spielplan in Frankreich steht: Pablo Picasso, mit seinem im März 1932 gemalten „Mädchen vor einem Spiegel“.  Weiterlesen

Nach dem „Tag der deutschen Zukunft“ ist auch noch ein Tag…

Montag, zum Beispiel:
Haltestelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie,

das ökumenisch-politisches Abendgebet in Eving, 18 Uhr

Dortmund zeigte sich kreativ und bunt gegenüber dem selbsterklärten „größten Naziaufmarsch des Jahres“, dessen 900 deutschlandweit zusammengekarrte Teilnehmer von den vielen tausenden Besuchern der zahlreichen zeitgleich laufenden Kulturprogramme nicht einmal bemerkt worden wären, Weiterlesen

Aufruf zum Aktionstag für ein buntes Dortmund

Aufruf des Dortmunder Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus zum 4. Juni:
„Eure Zukunft endet hier!“ – Unsere Stadt bleibt demokratisch, tolerant und weltoffen!
Dem von Rechtsextremen für den 4. Juni angesagten „Tag der deutschen Zukunft“ mit entsprechendem Aufmarsch soll damit ein Tag des multikulturellen Dortmund entgegen gestellt werden. 11 Uhr am Dortmunder U geht es los, zum Beispiel…

DoBunt Weiterlesen

Gefühlte Nachbarschaften

Ein Lehrstück über Worte, Sagen und Zwischenzeilen
Schon im Frühjahr haben wir versucht, uns dem zu stellen, „was man ja wohl mal wird sagen dürfen“. Nun hat der stellvertretende Vorsitzende der AfD Gauland wohl gemeint sagen zu dürfen, die Leute fänden den farbigen Innenverteidiger der deutschen Nationalmannschaft zwar als Fußballspieler gut, wollten aber „einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ „Nachbarschaft“ ist nun einmal eines der wichtigsten Themen unserer Gemeinde und Teil unseres Selbstverständnisses als Auferstehungskirche. Dennoch müsste dieser Satz hier nicht noch zusätzlich Beachtung finden, wenn er nicht eben so viel Beachtung gefunden hätte, dass Herr Gauland sich zu einer Stellungnahme genötigt sah.
Diese hat es in sich: Weiterlesen

Pfingsten – Gottes Willkommenskultur

Wo der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer das notariell besiegelte „Ende der Willkommenskultur“ feiert, feiern wir mit Pfingsten das Fest der unbegrenzten Willkommenskultur Gottes!

Wenn sich die Worte Seehofers für uns,
die wir uns für Menschen einsetzen, die aus Not zu uns kommen,
verächtlich anhören,
dann sei das nur eine „Fehlinterpretation“, so der Chef seiner Staatskanzlei:
Es ginge ja „nur“ um das Ende einer „unrechtmäßigen Politik des Durchwinkens“.
So bedauerlich es ist, dass der bayrische Ministerpräsident nicht sagen kann, was er meint – und laut Staatskanzlei auch nicht meint, was er sagt – so bedauerlich ist es, dass er offenbar nicht versteht, was Willkommenskultur bedeutet. Wir dagegen begegnen Menschen, mit denen wir uns vielleicht sprachlich nur schwer verständigen können, die aber dennoch unser Tun als Willkommenskultur erleben und verstehen:
Gerade weil wir sie nicht durchwinken.  Weiterlesen

O wie schön ist Panama

Willkommenskultur für Briefkästen und ihre Wirtschaftsflüchtlinge

Während Menschen nicht nur vor Krieg und Terror fliehen, sondern auch aus wirtschaftlicher Not ihre Heimat verlassen weil sie anderswo auf ein besseres Leben hoffen – womit sie bei uns höchst unwillkommen sind – scheint es auch am anderen Ende dieses besseren Lebens eine so bedrängende wirtschaftliche Not zu geben, dass wiederum nur die Flucht verlockende Aussichten zur Rettung vor der Steuerzahlung bietet. Weiterlesen

VIA DOLOROSA

Auf der Via Dolorosa in Jerusalem hat längst schon der Alltag Einzug gehalten. Es ist der Weg, den Jesus von seiner Verurteilung bis zur Kreuzigung gegangen ist. Ein Weg der Schmerzen, des Leidens, der unerwarteten Begegnungen, des Zusammenbruchs, der Qual. Ein Weg, auf dem die Frage berechtigt ist: Wo bist Du, Gott?

Eine Frage, die gerade heute wieder zu stellen ist. Angesichts des Terrors in Brüssel, wo Reisende zu zufälligen Opfern einer Mordlust werden, die sich auf Gott beruft und mit dem Mord seine Größe preist. Doch was für eine Größe sollte das sein? Ein Gott, der Bomben braucht und zerfetzte Körper, um groß zu sein? Es gibt keine größere Lästerung als diese — oder keinen armseligeren Gott.  Weiterlesen