Social d i s t a n c i n g

lautet das Gebot der Stunde. Doch wie es mit Geboten nun mal so ist:
Sie erscheinen den einen als Zumutung und den anderen als mehr oder weniger freundliche Empfehlung. Offenbar besteht das Problem nicht allein in der Einsicht in den Sinn derartiger Gebote, sondern vor allem in der Lust, sich in selbstgerechter Weise darüber hinwegzusetzen. Doch wie auch bei den biblischen Geboten geht es gar nicht um das Einhalten der Regel um der Regel willen, sondern darum, Schaden von anderen Menschen und von der Gemeinschaft abzuwenden, darum, das Leben und das Miteinander zu schützen.

Darum bedeutet social d i s t a n c i n g gerade nicht, sozial Abstand zu halten.
Da ist der Begriff doch etwas unglücklich gewählt. Denn so sehr es notwendig ist, körperlich auf Distanz zubleiben und Übertragungswege für das Corona-Virus zu erschweren, wendet es ebenso Not, wenn soziale Abstände sich verringern:
Indem wir einander unterstützen und helfen, indem wir miteinander auch über Distanzen in Kontakt und in Verbindung bleiben, indem wir einander ermutigen und denen den Rücken frei halten, die konkret in ihrem Können und Handeln gefragt sind:
Wie geht es Dir in der Abgeschiedenheit oder auf der Arbeit, hast Du alles, was Du brauchst? Wollen wir miteinander beten? – und sei es eben am Telefon!

Social d i s t a n c i n g lautet das Gebot der Stunde – und das bedeutet:
haltet euch voneinander fern, bedrängt einander nicht!
Es bedeutet aber auch: Gebt acht aufeinander! Gebt und nehmt Anteil aneinander!
Paradoxerweise heißt Social d i s t a n c i n g also: Werdet endlich sozial!

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