ZEITANSAGEN – zur Welt in der wir leben
Es gab eine Zeit, da gab die telefonische Zeitansage Auskunft darüber, was die Stunde geschlagen hat. Dabei war die Telefonansage stets eher eine Vorhersage als eine Ansage: „Beim nächsten Ton ist es…“, – und damit ein Blick in eine scheinbar verlässlich eintreffende Zukunft. Im Zeitalter computertechnisch verarbeiteter Zeitinformationen haben diese Vorhersagen an Bedeutung verloren, wurden eingestellt oder kostenpflichtig: „20 Cent aus allen deutschen Netzen“ heißt es aktuell noch bei der Deutschen Telekom.
Doch „Zeitansagen“ gibt es jetzt auch in der Auferstehungskirche.
Die Welt in der wir leben verändert sich rasant: Digitalisierung, KI, Social Media, Plattformen, „neue Weltordnung“ sind nur einige Stichworte dafür.
Wie gehen wir persönlich damit um, was heißt das für uns als Gesellschaft
– und was für uns als Gemeinden?
Nicht um die genaue Uhrzeit,
sondern um einen produktiven Umgang mit diesen Veränderungen
geht es bei unseren ZEITANSAGEN.
Aus christlicher sowie aus medienwissenschaftlicher Perspektive
fragen wir nach den Bedingungen, unter denen sich die Welt verändert, in der wir leben. Denn wir wollen besser verstehen, was um uns herum und vielleicht auch mit uns passiert.
Zugleich wollen wir eine Ansage machen: Was wir haben, das geben wir weiter.
Die befreiende Botschaft von Jesus Christus.
Wenn es dann bei uns piept, dann ist das wohl die Heilige Geistkraft Gottes,
die außer als Wind und Feuerflammen ja gerne auch mal als Vogel in Erscheinung tritt.
Was wir anbieten:
Die Zeitansagen in der Auferstehungskirche sind als Seminare und Workshops angelegt.
Ausgehend von fundierten Impulsen und Informationen ist Mitmachen, Mitdenken, Mitdiskutieren – und nicht zuletzt Mitbeten angesagt.
Dr. Uwe Wippich ist Gemeindepastor der Auferstehungskirche
und Medienwissenschaftler am Lehrstuhl für Theorie, Ästhetik und Politiken digitaler Medien an der Ruhr-Universität Bochum.
Die nächsten Termine, jeweils von 11-15 Uhr:
25.04.26
Frieden – Wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen.
Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat etablierte Gewissheiten und vertraute Ordnungen erschüttert. Militärische Macht und Aufrüstung sind in den Fokus gerückt, begründet mit einer unsicherer werdenden Weltlage. Die irrlichternde Politik Trumps, der Gaza-Krieg Israels als Antwort auf den Überfall der Hamas am 07. Oktober und der aktuelle Krieg der USA und Israels gegen den Iran und im Libanon scheinen das mehr als nur zu bestätigen. Wie aber kann eine Friedenspolitik aussehen, die nicht in Unterwerfungsgesten gegenüber der einen oder anderen Macht aufgehen will?
Ist Frieden nur aus einer Position der Stärke möglich – oder ist Frieden selber Stärke,
auch gegen die Gewalt? Und was hat Gerechtigkeit damit zu tun?
Wie können wir gerechten Frieden schaffen – können wir das überhaupt noch?
Als Freikirche stehen wir in einer Tradition konsequenter Gewaltlosigkeit:
Wie aber wollen wir in den aktuellen Konflikten für den Frieden eintreten?
Weitere Informationen und Anmeldung
27.06.26
Social Media – I will follow you
Wenn ich groß bin, werde ich Influencer:in. Tausende, Zehntausende, Hunderttausende Klicks und Follower, eine Reichweite, von der Kirchen nur träumen können – Selbstwirksamkeit und Bedeutung, Einfluss und Verdienst verbinden sich, setzen Trends und bestimmen, was gelten soll.
Ob TradWifes oder Manosphere, Fragen der Identität und der Selbstinszenierung, Challenges, Hauls, Schönheit oder Tests – Lebensstil, Anleitungen zum Konsum und längst auch Fragen der Identität werden hier verhandelt und bekommen Bedeutung.
Was heißt das für uns als Gemeinden:
neue Reichweite, neue Bedeutung, neue Gemeinschaft, neue kreative Wege
– oder gar ein Auftrag zum Hacking?
Weitere Informationen und Anmeldung
07.11.26
Alles wie bestellt – Die Macht der Plattformen
Ob Verkaufsplattformen, Streamingdienste, Kartendienste, Buchungs- und Vergleichsportale, Recherchetools, SmartHome oder Verwaltungsprogramme: Google, Youtube, Amazon, Meta, Netflix, Airbnb, Apple und Co. regulieren unser Wissen, unseren Zugang zur Welt, unseren Konsum, unsere Essgewohnheiten, unsere Freizeit und zunehmend auch unsere Arbeit. Dabei sind diese Plattformen selbst kaum zu regulieren. Längst agieren sie wie Herrschaftszentren (Seemann) und stellen für uns grundlegende Infrastrukturen dar, die unseren Alltag durchdringen und prägen. Doch wir nutzen und behandeln sie als neutrale Dienstleister, fordern allenfalls Verantwortung ohne Einblick zu haben.
Wie können wir verantwortungsvoll Plattformen nutzen oder gibt es attraktive Alternativen, für oder in den Kirchen?
Weitere Informationen und Anmeldung
10.04.27
Demokratie – Du hast die Wahl
Am 25.04. ist Landtagswahl in NRW. Längst ist von unterschiedlicher Seite die Rede davon, dass die Demokratie am Ende sei. Die einen sehen Demokratie schon als bedroht an, wenn Hass und Hetze reglementiert, Verbraucherschutzrechte durchgesetzt oder persönliche Freiheiten eingeschränkt werden. Andere kritisieren die politischen und bürokratischen Verfahrensweisen als träge und umständlich oder gar unnötig. Manchen erscheint die Demokratie nur noch als Scheindemokratie während andere radikal andere Wege der Beteiligung und Teilhabe fordern, um Demokratie überhaupt erst Wirklichkeit werden zu lassen.
Als Freikirche leben wir von der Beteiligung aller:
Wie wollen wir Position beziehen und wie können wir Demokratie fördern?
Weitere Informationen und Anmeldung
WO: In der Auferstehungskirche, Preußische Str. 96, 44339 Dortmund
WANN: Samstags, jeweils 11-15 Uhr
Anmeldung erforderlich!
Weitere Themen in Planung, Wunschthemen willkommen:
Ganz schön heiß – Klima im Wandel
Könnte das gelogen sein? – Wie wirklich ist die digitale Wirklichkeit?
Digitale Gewalt – Shitstorm, Hatespeech und der Druck der Masse
Gender, Macht und Gerechtigkeit: Warum Geschlecht eine Rolle spielt
Wenn ich das gewusst hätte – wie Wissen zu Wissen wird
Jeden Tag ein bisschen besser – Ansprüche und Techniken der Selbstoptimierung
Das bisschen Pflege – machen die Roboter
Affordanz – Was will das Ding?
Öffentliche Kirche – Wie Glauben heute wirken kann
Psst – Verschwörungstheorien
Die bisherigen ZEITANSAGEN:
am 18.10.25:
Müll – Was (von uns) übrigbleibt
Im August 2025 scheiterte nach dreijährigen Verhandlungen ein UN-Abkommen gegen
Plastikmüll. Wie es weitergeht ist derzeit noch unklar. Dabei ist Müll ein globales Problem – um so mehr, als dass sich auch unser Müll sich über die ganze Welt verbreitet, sei es durch Mikroplastik oder sei es durch Müllexporte, die nicht nur Plastik sondern ebenso Elektroschrott oder Textilabfall umfassen.
Was wird aus unserem Müll und was wollen wir tun?
am 28.02.26:
KI – Dein Freund und Helfer?
Frag doch Chat-GTP!
Ob nun für Wissensfragen, Hausarbeiten, Recherchen, Anregungen für den Gottesdienst oder gar eine ganze Predigt – die KI hat eine Antwort im Angebot. Und lernt mit jeder unserer Fragen dazu. Doch Künstliche Intelligenz ist mehr als Chat-GTP. Längst ist sie in Maschinen integriert, die uns alltäglich umgeben, hilft bei Diagnosen, Analysen und Entscheidungen oder trifft gar selber welche – selbst im Bereich der Medizin. KI ist mittlerweile ein so genanntes Buzzword: Wo KI drin ist, ist Intelligenz im Spiel – oder eben nicht. Da ist von Halluzinationen die Rede, oder davon, dass die KI nicht nur Arbeitsplätze sondern gleich die ganze Menschheit bedroht.
Wie können wir KI besser verstehen, wo kann sie uns helfen
– und was hat das mit Gott zu tun?