ist das Thema unseres Frühstücksgottesdienstes HEAVEN & BREAKFAST am Sonntag, dem 07. Februar. Im Rahmen unserer Gottesdienste zum Stichwort „Gerechtigkeit“ geht es um die Macht der Worte, geht es um Wort-Erklärungen, in denen mit Begriffen und einzelnen Statements nicht nur die Welt erklärt werden soll, sondern diese Welt-Erklärungen zugleich ihre Wahrheit behaupten und beanspruchen. Dass und wie UnWorte zu erschreckenden Wort-Ungeheuern werden, kann uns, die wir bekennen, dass das Wort Gottes Mensch geworden ist, nicht unberührt lassen. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Allgemein
Auschwitz
Seit 10 Jahren gilt der 27. Januar als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (Beschluss der Generalversammlung der UN vom 1.11.2015). Seit 1996 in Deutschland als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen, ist dies der Tag, an dem 1945 das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit worden ist. Bei aller Gefahr einer Formalisierung des Gedächtnisses und der Erinnerung wird auf diese Weise Jahr für Jahr ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt. Ein Vergessen, dass auch aktuellen rechten Ideologen in die Hände spielen würde. Denn die Leiden der Opfer nationalsozialistischer Gewalt sind nicht gegenüber einer Zukunft für Deutschland (oder andere Nationalstaaten der Weltgemeinschaft) zu relativieren. Die immer wieder geäußerte Forderung, man möge doch endlich einen Schlussstrich ziehen und sich als Volk nicht von einem Schuldkomplex her definieren, ist nichts anderes als ein rhetorisches Kalkül.
„aus den Kirchen prügeln“
Tatjana Festerling ruft zu Gewalt gegen Christen auf!
Gewaltphantasien sind kein Privileg islamistischer Gruppierungen, denn wenn es nach T. Festerling geht, der Frontfrau der so genannten Pegida-Bewegung, dann würde, „wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre“, diese „zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln“ (Link).
Damit wird Gewalt nicht nur gegen Politiker und Journalisten, sondern auch gegen engagierte Christen zur Option, ja zum ausdrücklichen Wunsch. Weiterlesen
2016
Wir wünschen allen ein gesegnetes neues Jahr!
Advent 2015 eine Woche kürzer!
3 Kerzen haben in diesem Jahr ausgereicht,
der diesjährige Advent endete vorzeitig. Denn seit Donnerstag, dem 17.12. ist das Warten vorbei: In den Kinos läuft STAR WARS VII, das Erwachen der Macht. Die himmlischen Heere sind in nun per Raumschiff unterwegs, um diverse Planeten zu pulverisieren. Weiterlesen
„Brillanten“ der Politik
Donald Trump, Dorstfeld und der Friedensnobelpreis
Am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, wird traditionell in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen – in diesem Jahr an das tunesische Dialog-Quartett für dessen Einsatz im Demokratisierungsprozess Tunesiens nach der Revolution von 2010/2011. Der 10. Dezember ist zugleich der Tag der Menschenrechte, da die UNO Vollversammlung am 10.12.1948 die allgemeine Erklärung der Menschenrechte beschloss. Menschenrechtsaktivisten wie zum Beispiel Amnesty International nutzen diesen Tag, um auf die jeweils aktuelle Situation von Menschenrechtsverletzungen weltweit aufmerksam zu machen. Die Amnesty Gruppe Dortmund tat dies schon am Montag, an der Evinger Haltestelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.
Einige Stunden später Weiterlesen
Der Bischof von Myra in Eving…
… und draußen marschieren Neonazis
Da sitzt er würdevoll im Evinger Saturn, der Bischof von Myra, genannt Nikolaus. Ist ja auch Nikolaus-Abend da, heute. Ein goldenes Kreuz auf der Mitra, dem Bischofshut, mit Krummstab und kleinen schokoladigen Ausgaben seiner selbst, zum Ausgeben, an die kleinen Begleiter des Adventsshoppings in und auf dem Saturn. Der Kirchenmann, ob seiner kleinasiatischen Herkunft zweifellos mit Migrationshintergrund, trifft nun knapp 1750 Jahre nach seiner Geburt ausgerechnet in einem Evinger Elektrogroßhandelsgeschäft seine Nachbarn:
#Lindigkeit
Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen (Phil 4,5),
so hieß es unter Bezug auf diese althergebrachte Übersetzung am vergangenen Montag an der Haltestelle.
Dabei ging es nicht nur um den Verlust von Begriffen, mit denen manche nichts und manche nichts mehr verbinden können,
sondern vor allem um eine begriffliche Gegenbewegung zum sich ausbreitenden und gesellschaftsfähigen Wort „Krieg“.
Eine halbe Woche danach ist dies kaum irgendwo so sehr sichtbar, wie in den USA, wo es nach dem Anschlag von San Bernardino wie selbstverständlich von den Seiten der Republikaner heißt „wir befinden uns mitten im Krieg“. Da diese Vokabel bei den vielen und mittlerweile alltäglichen Massenschießereien nicht fällt, geht es nicht um die Tat und die Tatmuster an sich oder die waffentechnisch aufgerüstete Gesellschaft, sondern um die Deutungshoheit und das damit verbundene politische Kapital: die Tat und deren mögliche Motive „ausschlachten“ zu können, für eigene Interessen und Positionen.
Wie naiv erscheint dagegen ein Begriff wie „Lindigkeit“. Nur, was bedeutet das überhaupt? Weiterlesen
AfD fordert Einreisestopp und Registrierungszwang für Weihnachtsmarktbesucher
so müsste eine von mir (wohl kaum) vermisste Schlagzeile dieser Tage eigentlich lauten, war doch in der lokalen „Lügenpresse“ zu lesen, dass ein Großteil der Weihnachtsmarktbesucher in Dortmund aus England, Holland und Belgien komme. Belgien? Wo die nach AfD-Logik von der Bundeskanzlerin angelockten Terroristen wohnen, die dann in Paris – und wer weiß wo noch – Anschläge verüben?
Der von der AfD reklamierte „Mut zur Wahrheit“ entlarvt sich in einer Folge austauschbarer Vokabeln als Pauschalrhetorik, deren Wahrheit eben darum immer „wahr“ bleibt und die eben darum wahrlich Mut braucht, sie auszusprechen. Eine adäquate Stellungnahme der AfD zur gegenwärtigen Touristenflut (3,6 Millionen Besucher allein des Dortmunder Weihnachtsmarktes – und das in nur 5 Wochen!) müsste daher eigentlich so lauten: Weiterlesen
#Angeschlagen
Die Anschläge in Paris haben ihre besondere Dimension nicht nur in der maßlosen Mordlust und nicht einfach darin, dass sie in unserer „Nachbarschaft“ geschehen sind, sondern darin, wie nachhaltig sie unsere Nachbarschaft prägen. Damit ist nicht zuerst das Verhältnis Frankreich-Deutschland gemeint, das als Beispiel dafür steht, wie mit langjähriger harter Arbeit und politischem Willen aus so genannten Erzfeinden eben Nachbarn und Freunde werden. Stattdessen bedeutet Nachbarschaft die unmittelbare Umgebung um unseren Lebensmittelpunkt, die Menschen, Dinge, Institutionen und Netzwerke, die unser alltägliches Leben prägen. Zu recht ist darauf hinzuweisen, dass nur einen Tag zuvor auch in Beirut bei einem Bombenanschlag mehr als 40 Menschen getötet wurden und am 10. Oktober in Ankara mehr als 100 Menschen bei einer Friedensdemonstration. Doch medial-globalisierte Nähe ist eben noch nicht Nachbarschaft. Die ist entweder von Respekt und Toleranz geprägt, oder von Gleichgültigkeit, Ignoranz oder sogar Feindseligkeit. Hier, so scheint es, lassen sich ebenso spontan wie nachhaltig Stimmungen ausmachen, scheinbar beeinflussen und prägen. Daher kann ein Fußballspiel zwischen Nachbarn zum Symbol der Freiheit werden und ebenso daran scheitern, werden Lebensweisen verdächtig und sollen durch Beobachtungen sowie Datenerfassungen „abgesichert“ werden.









