Ein Lehrstück über Worte, Sagen und Zwischenzeilen
Schon im Frühjahr haben wir versucht, uns dem zu stellen, „was man ja wohl mal wird sagen dürfen“. Nun hat der stellvertretende Vorsitzende der AfD Gauland wohl gemeint sagen zu dürfen, die Leute fänden den farbigen Innenverteidiger der deutschen Nationalmannschaft zwar als Fußballspieler gut, wollten aber „einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ „Nachbarschaft“ ist nun einmal eines der wichtigsten Themen unserer Gemeinde und Teil unseres Selbstverständnisses als Auferstehungskirche. Dennoch müsste dieser Satz hier nicht noch zusätzlich Beachtung finden, wenn er nicht eben so viel Beachtung gefunden hätte, dass Herr Gauland sich zu einer Stellungnahme genötigt sah.
Diese hat es in sich: Weiterlesen
Archiv des Autors: Uwe Wippich
Pfingsten – Gottes Willkommenskultur
Wo der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer das notariell besiegelte „Ende der Willkommenskultur“ feiert, feiern wir mit Pfingsten das Fest der unbegrenzten Willkommenskultur Gottes!
Wenn sich die Worte Seehofers für uns,
die wir uns für Menschen einsetzen, die aus Not zu uns kommen,
verächtlich anhören,
dann sei das nur eine „Fehlinterpretation“, so der Chef seiner Staatskanzlei:
Es ginge ja „nur“ um das Ende einer „unrechtmäßigen Politik des Durchwinkens“.
So bedauerlich es ist, dass der bayrische Ministerpräsident nicht sagen kann, was er meint – und laut Staatskanzlei auch nicht meint, was er sagt – so bedauerlich ist es, dass er offenbar nicht versteht, was Willkommenskultur bedeutet. Wir dagegen begegnen Menschen, mit denen wir uns vielleicht sprachlich nur schwer verständigen können, die aber dennoch unser Tun als Willkommenskultur erleben und verstehen:
Gerade weil wir sie nicht durchwinken. Weiterlesen
O wie schön ist Panama
Willkommenskultur für Briefkästen und ihre Wirtschaftsflüchtlinge
Während Menschen nicht nur vor Krieg und Terror fliehen, sondern auch aus wirtschaftlicher Not ihre Heimat verlassen weil sie anderswo auf ein besseres Leben hoffen – womit sie bei uns höchst unwillkommen sind – scheint es auch am anderen Ende dieses besseren Lebens eine so bedrängende wirtschaftliche Not zu geben, dass wiederum nur die Flucht verlockende Aussichten zur Rettung vor der Steuerzahlung bietet. Weiterlesen
VIA DOLOROSA
Auf der Via Dolorosa in Jerusalem hat längst schon der Alltag Einzug gehalten. Es ist der Weg, den Jesus von seiner Verurteilung bis zur Kreuzigung gegangen ist. Ein Weg der Schmerzen, des Leidens, der unerwarteten Begegnungen, des Zusammenbruchs, der Qual. Ein Weg, auf dem die Frage berechtigt ist: Wo bist Du, Gott?
Eine Frage, die gerade heute wieder zu stellen ist. Angesichts des Terrors in Brüssel, wo Reisende zu zufälligen Opfern einer Mordlust werden, die sich auf Gott beruft und mit dem Mord seine Größe preist. Doch was für eine Größe sollte das sein? Ein Gott, der Bomben braucht und zerfetzte Körper, um groß zu sein? Es gibt keine größere Lästerung als diese — oder keinen armseligeren Gott. Weiterlesen
Predigt – einfach – Predigt
Predigt in einfacher Sprache, zum Mitlesen, Mitnehmen und Nachlesen.
Zusätzlich zur ausführlichen Version der Predigt stehen jetzt auch Zusammenfassungen in einfachen Worten und kurzen Sätzen als Faltblatt zur Verfügung oder können im Predigt-Textarchiv heruntergeladen werden.
Denn beim Hören einer Predigt kann viel passieren…
BIB-Lounge statt VIP-Lounge

Ab dem 2. März starten wir mit Bibelgesprächen über einen Reisenden in Sachen „Neuer Weg und Gute Nachricht“, der auf dieser Reise einen ungeplanten Zwangsaufenthalt im Knast einlegen musste und darum die Botschaften an seine Lieblingsgemeinde ins Netz gestellt hat. Nur, was soll das sein, eine „Lieblingsgemeinde“? Was heißt „ins Netz gestellt“? Wie kann es in der Not eine gute Nachricht geben und was hat die Freude dabei verloren? Was ist überhaupt das Neue an dem Neuen Weg und was eigentlich das Ziel? Weiterlesen
Gerechtigkeit?
Was kann es bedeuten, im 21. Jahrhundert und einer zunehmend digitalisierten Kultur sich zu allererst „um das Himmelreich/Reich Gottes/Königsherrschaft/die Gottesherrschaft und seine Gerechtigkeit zu bemühen und sich daran auszurichten“ (Mt 6,33)?
Die Aufforderung, sich zuerst um das Reich Gottes zu bemühen, richtet sich an die Sorgenden, seien es nun die, die viel oder auch zu viel besitzen oder die, die sich nur um ihre täglichen Bedürfnisse kümmern (Mt 6, 19-32). Gerahmt wird dies von der Kritik Jesu an denen, die einer Bewertungskultur unterliegen, in der beständig über andere geurteilt wird, während man sich selbst den Anschein ideologischer Überlegenheit gibt (Mt 6, 1-18; 7, 1-6). Die Sorge um sich selbst und darum, das eigene Leben zu managen, sind jedoch Grundbedingungen aktueller Wirtschaft und aktueller Politik. Kann dem wirklich die Gottesherrschaft gegenüber gestellt werden, oder geht ein religiöses Selbstmanagement gar darin auf? Weiterlesen
„Das wird man ja wohl mal sagen dürfen“
ist das Thema unseres Frühstücksgottesdienstes HEAVEN & BREAKFAST am Sonntag, dem 07. Februar. Im Rahmen unserer Gottesdienste zum Stichwort „Gerechtigkeit“ geht es um die Macht der Worte, geht es um Wort-Erklärungen, in denen mit Begriffen und einzelnen Statements nicht nur die Welt erklärt werden soll, sondern diese Welt-Erklärungen zugleich ihre Wahrheit behaupten und beanspruchen. Dass und wie UnWorte zu erschreckenden Wort-Ungeheuern werden, kann uns, die wir bekennen, dass das Wort Gottes Mensch geworden ist, nicht unberührt lassen. Weiterlesen
Auschwitz
Seit 10 Jahren gilt der 27. Januar als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (Beschluss der Generalversammlung der UN vom 1.11.2015). Seit 1996 in Deutschland als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen, ist dies der Tag, an dem 1945 das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit worden ist. Bei aller Gefahr einer Formalisierung des Gedächtnisses und der Erinnerung wird auf diese Weise Jahr für Jahr ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt. Ein Vergessen, dass auch aktuellen rechten Ideologen in die Hände spielen würde. Denn die Leiden der Opfer nationalsozialistischer Gewalt sind nicht gegenüber einer Zukunft für Deutschland (oder andere Nationalstaaten der Weltgemeinschaft) zu relativieren. Die immer wieder geäußerte Forderung, man möge doch endlich einen Schlussstrich ziehen und sich als Volk nicht von einem Schuldkomplex her definieren, ist nichts anderes als ein rhetorisches Kalkül.
„aus den Kirchen prügeln“
Tatjana Festerling ruft zu Gewalt gegen Christen auf!
Gewaltphantasien sind kein Privileg islamistischer Gruppierungen, denn wenn es nach T. Festerling geht, der Frontfrau der so genannten Pegida-Bewegung, dann würde, „wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre“, diese „zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln“ (Link).
Damit wird Gewalt nicht nur gegen Politiker und Journalisten, sondern auch gegen engagierte Christen zur Option, ja zum ausdrücklichen Wunsch. Weiterlesen