Was wir brauchen…

Ach, was wir brauchen
wissen wir,
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auch ganz schnell

ach was wir brauchen
klagen wir
und meckern, mosern, schimpfen,
ist Mehr vom Mehr und Sicherheit
nur soll’n sie uns nicht impfen.

ach was wir brauchen
stöhnen wir,
das wollen sie uns nehmen,
mit Wärmepumpe, Fleischverzicht,
die sollen sich was schämen,

denn was ich brauch
ist meine Ruh,
drum halt ich mir die Ohren zu

Dammbruch

gebrochen ist der Damm ja schon seit langem,
das zerbrechliche Gebäude von Zivilisation und Sinn und Mutterland,
das noch gelegentlich Energie lieferte,
für politische Absichts- und allerlei andere Erklärungen,
weshalb denen dort unbedingt Gewalt angetan werden müsse,
den Kindern und Krankenhäusern,
den Dörfern und Städten, Wohnungen und Häusern,
ja selbst der Natur.
Gebrochen ist der Damm ja schon seit langem.

Gebrochen ist der Damm ja schon seit langem.
Überschwemmt mit Waffengewalt und Propaganda,
stehen selbst uns schon,
soviel Kilometer entfernt und doch nur eine Nachricht weiter,
die Lügen bis zum Hals,
und keiner kommt und trägt uns weg,
auf trockenen Boden.
Gebrochen ist der Damm ja schon seit langem.

Gebrochen ist der Damm ja schon seit langem,
was hindert’s also noch, den nächsten ebenfalls zu brechen,
und fraglich ist, ob noch genügend Kühlung da ist,
für Köpfe, Herzen und Gemüter.
Sind nicht die Reaktoren längst schon explodiert,
verseucht die Menschen
und vergiftet auf Jahrzehnte?
Die kleinsten Teilchen spalten
zu Zerfall und Strahlentod.
Wird also dies die nächste Stufe sein,
dass Taten folgen, wo Taten Folgen haben?
Gebrochen ist der Damm ja schon seit langem.

Evinger Stadtteilfest

Dortbunt.nebenan in Eving war zugleich eine Aktion des Netzwerkes rund um den Aktionsplan Soziale Stadt, mit und in dem sich Evinger Akteur:innen für Evinger Bürger:innen einsetzen, Ideen, Aktionen und nachhaltige Angebote und dazu Kräfte bündeln. Am 3. Mai gab es dazu ein großes Nachbarschaftsfest.
Wir waren als Ökumene-Eving mit einem Stand dabei, an dem Kinder und Erwachsene Seed-Bombs basteln konnten. Als Teil des Guerilla-Gardenings in den 1970er Jahren entstanden, sollen diese kleinen Samenkugeln mit Wildkräutern und bienenfreundichen Blumen als Zeichen des Friedens und der Verbundenheit mit der Schöpfung die städtische Landschaft verändern und zum Blühen bringen.

Kommt, segnet

Friede sei mit euch,
sagt er, der Auferstandene,
und:
Fürchtet euch nicht!

Kommt und zeigt seine Verwundungen,
damit wir den Finger in die Wunde
und unseren Zweifel ab-
legen können. 

Isst uns den Rest aus der Pfanne
bevor er Bibel teilt mit uns,
damit wir verstehen,
wovon wir nicht schweigen können.

Bläst uns den Windhauch Gottes ins Gesicht,
damit wir Rückenwind bekommen,
auf den Neuen Wegen
der Liebe und der Gerechtigkeit.

Es ist angerichtet

Sie haben dich ganz schön zugerichtet:
geschlagen,
geschüttelt,
gänzlich ungerührt.

Zuckersüß und bitter,
zermahlen und gerupft,
auf die Goldwaage gelegt
und abgewogen,
von denen, die dir nicht gewogen sind,
die Zu-Taten.

Voll eingeschenkt,
im Angesicht deiner Feinde,
gegrillt wirst du
und weichgekocht,
dann noch verziert
und dekoriert:

Du hast es Dir doch selber eingebrockt,
du Osterlamm.

Der Sternekoch soll ans Rezept sich halten,
die Menge will den schnellen, billigen Genuss.
So wäscht er seine Hände
erst nach getaner Arbeit:
Ihn, dem nichts vorzuwerfen war,
der Menge zum Fraß vorzuwerfen.

Es ist nun an-gerichtet,
und Jesus, du weißt ja,
wer die Suppe auslöffeln muss.

Gartenarbeit

Hart ist sie, diese Gartenarbeit.
Blut, Schweiß und Tränen,
das Herz, die Seele,
aufgewühlt,
damit Frucht bringt, das Samenkorn,
das in die Erde fallen soll,
doch jetzt und hier
zu Boden sinkt.

Die Hände graben,
sich erst noch ineinander,
Olivenbäume stehen,
als stumme Zeugen.
Das Holz ist schon geschlagen,
an das man diese Hände schlagen wird.

Die Erde, will sie denn noch tragen,
den Gärtner, der noch gießen muss,
Blut,Schweiß und Tränen
aus denen Leben wachsen soll?

Die Mitarbeiter schlafen schon,
müde von Wein und Worten;
das Tischgebet gesprochen,
verklungen wie der Lobgesang.
Abend ward, nun kommt die Nacht,
doch schlummert die bestellte Wacht.

„Mach es zu deinem Projekt“,
sagt sich so leicht, doch
hart ist sie, die Gartenarbeit,
weil Jesus weiß, was ihm blüht.

nur spielen?

Der will doch nur spielen
Mach den Verbrenner nicht aus
lass den Motor aufheulen
kein Limit auf deutschen Autobahnen
aus dem Weg, wie könnt ihr es wagen
wir woll’n doch nur spielen…

der tut doch nichts
Technologieoffenheit
bellen die Dressierten –
ich nenne es Profilierungsnotstand.
Sind es nicht die Kleinen,
die am lautesten knurren? 

lass ihn doch…
Sie wollen nur spielen wollen
mit der Zukunft,
die kleinen Kläffer,
an Börse und Wahlurnen,
die tun doch nichts…
Nur
ist Nichtstun nicht sogar
das gefährlichere Spiel?

Spielballbeherrschung

Wie ein Spielball
uns unsere Erde,
bemüht wir,
ihr den passenden Tritt zu verpassen,
im Zuspiel untereinander,
dass sie sich drehe, rolle und fliege
in die Richtung,
wie gewünscht:
geschlagen, getrieben, geworfen, gestoßen,
Spielballbeherrschung.
War dies nicht
Deine
Gabe und Auftrag?

…und wickelte mich in Windeln

Wisst ihr eigentlich noch, wie es geschehen…

konnte, das Maria ihre Wickeltasche zuhause in Nazareth vergessen hat?
Lag sicher an diesem Urahn aller bürokratischen Ungeheuer
dessen Ururururundsoweiterenkel, wer konnte es ahnen,
die Grundsteuererklärungsabgabe des Jahres 2022 im fernen
und barbarischen Germanien sein würde.
Immerhin reicht es heute meist, den Geburtsort nur anzugeben statt gleich hinreisen zu müssen. Aber heute wie damals sollen wir Bürger:innen den Behörden die Arbeit abnehmen und den Bodenrichtwert kennen.

Nun begab es sich also, dass Maria und Josef beseelt vom Gedanken brav-bürgerlicher Pflichterfüllung eiligst von Nazareth aufgebrochen sind und prompt die Wickeltasche zu Hause unter der Hobelbank vergessen wurde, samt Erstausstattung, Schnuller und Aufziehglockenspiel. Doch Moment einmal, wieso vergessen?
Heißt es denn nicht: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt?

Die heilige Windel findet sich ja bekanntermaßen im Aachener Dom,
wo sie alle 7 Jahre hervorgeholt wird, auf dass alle sie sähen,
die davon in einer Engelbotschaft gehört haben und darob rechtzeitig herbeigeeilt sind.
Alle 7 Jahre! Aber weil die letzte Heiligtumsfahrt wegen Corona verschoben wurde,
könnt ihr schon im kommenden Juni und nicht erst 2028 in Aachen die Windeln Jesu besuchen, die Maria quasi kurzerhand aus den alten Socken von Josef hergestellt hat,
weil, der Laden war schon zu und sie hatten eh kaum Geld, für die teuren Windeln.

Aber eigentlich geht es nicht so sehr um die Windel, als vielmehr um die Perspektive.
Denn was könnte Jesus selbst wohl über seine Geburt in Bethlehem sagen, wenn nicht dies: „…und sie wickelte mich in Windeln“.

So könnte Jesus uns sagen, ohne dass wir die Geschichte biegen müssen,
ohne große Theologie und ohne tieferes Wissen oder weitere Einsicht,
sondern als das ursprünglichste und wunderbarste und elementarste Geheimnis:
Ich bin wie ihr auf dieser Seite der Welt angekommen,
ganz und gar auf eurer Seite:
Menschenskind und Gotteskind.

Wir aber schauen auf ihn dann nicht wie auf einen Fremden,
einen fernen Menschen, einen kleinen König,
versunken in der Zeit und vergegenwärtigt in der Vielzahl unserer Krippen,
sondern sehen in ihm den, der uns sieht.

Er sagt uns im Kommen in diese Welt,
gewickelt in Windeln und verwickelt in unser Geschick,
wortlos: Wir sind geliebt.