Himmelfahrt

Emporgehoben,
das kenne ich… 

Wurde ich nicht
als Kind emporgehoben,
getragen, getröstet,
herumgewirbelt,
auf die Schultern gesetzt,
in Reichweite gebracht
– oder außer Reichweite?

Emporgehoben
konnte ich Schritt halten,
musste nicht selber
mit kleinen, trippelnden Schritten
den weiten Weg bewältigen.

Emporgehoben,
konnte ich weiter blicken,
Hindernisse überwinden,
über Mauern laufen
– und sogar fliegen.

Emporgehoben
war ich geborgen.

Heute trägt mich der Aufzug
in die oberen Etagen,
die Rolltreppe ist
die Lizenz zum Stehenbleiben.
Mit Flugzeugen umrunde ich
den Globus,
die Seilbahn bringt mich übern Berg.

Nur eine Ballonfahrt gleicht noch,
dem was ich als Kind erfuhr:
emporgehoben zu sein
in den Himmel.

Emporgehoben,
das vermisse ich…

Emporgehoben,
aufgefahren,
in den Wolken verschwunden,
der für 40 Tage
wiedergewonnene Jesus.

Das Kind,
zurück in den Armen des Vaters,
thront über der Welt.

Wir bleiben haften
auf dem Boden der Tat-Sachen,
der Erdenschwere
und Lasten
und bleiben in der Zeit.

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