Was du willst

Wer weiß schon, was mit diesem Jesus los ist.
Was will der eigentlich von uns?
Wir sollen dieses tun und jenes lassen.
Noch jemand, der uns Vorschriften machen will:

Ich soll meine Feinde lieben, meinen Mantel hinhalten,
alles verkaufen, zwei Kilometer mitgehen,
und beim Pflügen geradeauskucken.
Außerdem soll ich mir keine Sorgen machen,
sondern Schätz sammeln.

Übrigens: wenn Du bei ihm im Weinberg arbeitest,
wo er gelegentlich eine Predigt hält,
sie zu, dass du erst abends und als letzter anfängst –
das gibt den gleichen Lohn,
als hättest Du schon morgens früh angefangen.

Es heißt, Jesus ist jemand, der uns befreit.
Doch wovon und wofür?
Wer weiß das schon…

—   —   —   —   —

Plötzlich ist er da, Jesus persönlich.
Er ist auf mich aufmerksam geworden,
wendet sich mir zu, obwohl ich ihn nicht sehen kann.
„Was willst du, dass ich dir tun soll?“ fragt er mich.

Das ist ja wie bei der Zauberfee, oder
Buttje Buttje inne See.
Was soll ich mir wünschen: König zu sein?
Berühmter Influencer
mit mehr Followern als nur zwölf vom Land.

Hörte ich nicht selbst seine Schüler streiten,
wer von ihnen der Größte sei,
wo doch gewiss das Himmelreich
sogleich alles auf den Kopf stellt?

Könnte ich mir auch den Weltfrieden wünschen,
Gerechtigkeit und Glück für alle,
Schluss mit alten Männern und ihren Kriegsspielen,
oder
ungeschwärzte Epstein-Akten?

Aber ernsthaft: Was wären meine Fragen,
meine wirklich wahren Wünsche?
Das würde ich gerne wissen. Das würde ich gerne sehen.
Dann könnte ich auch ihn,
dann könnte ich auch dich sehen, Jesus.

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